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Meilensteine der Raumfahrt

Von Wernher von Braun zur ISS

Die Modellbau-Freunde-Lohne wollen mit Ihrem Projekt ’’Meilensteine der Raumfahrt’’

die H鰄epunkte der Raumfahrtgeschichte, anhand von Modellen in unterschiedlichen Ma遱t鋌en darstellen.

Es k鰊nten hier einige Ereignisse der Raumfahrt nicht aufgef黨rt sein, die Bekanntheit erlangt haben, aber nicht zu den H鰄epunkten der Raumfahrt z鋒len.

Das Projekt beginnt mit Wernher von Braun als f黨renden Kopf der westlichen Raumfahrttechnologie und schlie遲 mit der Raumstation ISS.

  • Wernher von Braun und die V2.  Von 1937 bis 1945 war Wernher von Braun der technische Direktor der Heeresversuchsanstalt Peenem黱de auf der Insel Usedom. Hier leitete er unter anderem die Entwicklung des Aggregats 4, kurz A4 genannt, einer Gro遰akete mit Fl黶sigtreibstoff.
  • Sputnik 1  4. Oktober 1957 Die UdSSR bringt den ersten k黱stlichen Erdsatelliten Sputnik 1 (Sputnik, russ. Der Begleiter) in eine Umlaufbahn.
  • Explorer 1  31.Januar 1958 Die Vereinigten Staaten bringen den Satelliten Explorer 1 in eine Erdumlaufbahn; durch einen Geigerz鋒ler an Bord entdeckt der Wissenschaftler Joseph van Allen den inneren der nach ihm benannten Strahlungsg黵tel.
  • Vostok 1 / Yuri A. Gagarin  12. April 1961 Der erste sowjetische Kosmonaut Yuri A. Gagarin umrundet die Erde einmal im Raumschiff Vostok 1 (Vostok, russ. der Osten).
  • Mercury-Programm  Februar 1962 Der amerikanische Astronaut John H. Glenn umrundet die Erde dreimal in der Mercury-Raumkapsel Friendship-7. Als Tr鋑errakete diente eine modifizierte Atlas-Rakete.
  • Erster Weltraumspaziergang  18. M鋜z 1965 Mission Voschod 2 (Voschod, russ. der Sonnenaufgang); zwei Mann Besatzung; erster Weltraumspaziergang durch Alexey Leonov.
  • Gemini-Programm  23.03.1965 Gemini 3 erster 2-Mann-Flug der Amerikaner. 3.Juni 1966 Start der Mission Gemini-IV mit den Astronauten Mc-Divitt und White; White f黨rt den ersten amerikanischen Weltraumspaziergang durch.
  • Apollo-Programm  16. Juli 1969 Erste bemannte Mondlandung der Astronauten Neil A. Armstrong und Edwin 创Buzz创 Aldrin im Rahmen der Mission Apollo XI; der Astronaut Michael Collins verbleibt w鋒rend der Landung im Mutterschiff 创Columbia创 im Mondorbit und f黨rt wissenschaftliche Beobachtungen durch.
  • Raumstation  Saljut 1 wurde am 19. April 1971 an Bord einer Proton-Rakete gestartet. Insgesamt war die Station an 24 Tagen bemannt und vergl黨te nach 175 Tagen im Orbit am 11. Oktober 1971 in der Atmosph鋜e.
  • Lunar Roving Vehicle  26. Juli 1971 Start der Mission Apollo 15 mit den Astronauten David Scott, Alfred Worden und James Irwin. Erster Flug und erste Fahrt des Mondfahrzeugs (Lunar Roving Vehicle).
  • Raumstation Skylab  14. Mai 1973 Start der ersten amerikanischen Raumstation Skylab. Die Besatzungen der Missionen Skylab 2, 3, und 4 halten sich an Bord der Raumstation auf, und f黨ren eine Vielzahl wissenschaftlicher Experimente durch. Die Raumstation Skylab tritt am 11. 7. 1979 in die Erdatmosph鋜e ein und vergl黨t.
  • Apollo-Sojus-Test-Projekt  15. Juli 1975 Erste gemeinsame sowjetisch-amerikanische bemannte Mission: Ein Apollo – und ein Soyuz – Raumschiff f黨ren ein Docking und gemeinsame Operationen durch.
  • Space Shuttle Programm  12. April 1981 Das amerikanische Space Transportation System (STS) f黨rt 20 Jahre nach dem ersten bemannten Raumflug durch Yuri Gagarin seinen bemannten Jungfernflug durch; die Astronauten John Young und Robert Crippen verbringen drei Tage an Bord der Raumf鋒re Columbia.
  • Raumstation Mir  20. Februar 1986 Start des Grundmoduls der ersten modularen sowjetischen Raumstation Mir ( "Friede").
  • Die Ariane 4 u. 5  Die europ鋓schen Tr鋑erraketen aus der Ariane-Serie, die im Auftrag der ESA entwickelt wurden und sich seit 1988 bzw. 1996 im Einsatzbefinden, sind die leistungsf鋒igsten europ鋓schen Tr鋑erraketen (Ariane 4 letzter Start 2003).
  • International Space Station, kurz ISS  20. November 1998 Start des ersten russischen Moduls Zarya der Internationalen Raumstation ISS mit einer russischen Proton-Rakete.

 Hervorgehobene Themen sind mit Schaumodellen versehen.

2009 DPMV Konv. 257

 Projekt 创Von Wernher von Braun zur ISS L鋘ge 12m

DPMV Konvent am 18. und 19. April 2009

2009 Ausst. Overbergschule 020 B

 Projekt 创Von Wernher von Braun zur ISS L鋘ge 14m

Overbergschule 16. u. 17. Mai 2009

Kindheit und Ausbildung

Wernher von Braun kam als zweiter von drei S鰄nen des Magnus Freiherr von Braun und dessen Frau Emmy, geborene von Quistorp, zur Welt. Sein Gro遶ater und Namensgeber war Wernher von Quistorp (1856–1908), Gutsbesitzer und Mitglied des preu遡schen Herrenhauses.  Nach Ende des Ersten Weltkriegs musste die Familie von Braun auf ihr Landgut nach Schlesien umsiedeln.

Schon als Kind interessierte sich von Braun sehr f黵 Musik und Naturwissenschaften. Seine Begeisterung f黵 die Astronomie wurde von seiner Mutter geweckt, die ihm zur Konfirmation ein astronomisches Fernrohr schenkte. Mit 13 Jahren experimentierte er im Berliner Tiergarten mit Feuerwerksraketen. Als er das Buch Die Rakete zu den Planetenr鋟men von Hermann Oberth in die H鋘de bekam, erlangten die Utopien, die er aus den Abenteuerromanen von Jules Verne und Kurd La遷itz aufgenommen hatte, etwas Reales. Um das sehr fachwissenschaftliche Buch verstehen zu k鰊nen, strengte er sich an, seine bis dahin m溥igen Leistungen in Mathematik zu verbessern. Inspiriert wurde er ebenfalls durch das Buch Das Problem der Befahrung des Weltraums des slowenischen Astronomen und Astrophysikers Herman Potocnik (Ende 1928 unter dem Pseudonym Hermann Noordung ver鰂fentlicht). Aufgrund guter Leistungen konnte er mit 17 Jahren um Ostern 1930 die Abiturpr黤ung vorzeitig an der Hermann-Lietz-Schule in Spiekeroog ablegen. Ab 1929 t黤telte er gemeinsam mit Hermann Oberth in Berlin-Pl鰐zensee und – nach dessen R點kkehr nach Siebenb黵gen im August 1930 – mit Mitgliedern des Vereins f黵 Raumschifffahrt in Berlin- Reinickendorf an Raketen mit Fl黶sigkeitstriebwerken. Von Braun studierte ab 1930 an der Technischen Hochschule in Berlin-Charlottenburg und an der ETH Z黵ich.       

1932 erwarb er ein Diplom als Ingenieur f黵 Mechanik an der TH Berlin und trat, gef鰎dert durch Walter Dornberger, als Zivilangestellter in das Raketenprogramm des Heereswaffenamtes ein. Seine Experimente f黨rte er auf dem Versuchsplatz des Heereswaffenamtes in Kummersdorf-Gut etwa 30 Kilometer s黡lich von Berlin durch.        

1934 promovierte er an der Friedrich-Wilhelm-Universit鋞 in Berlin zum Dr. phil. mit einer Arbeit 黚er 凨onstruktive, theoretische und experimentelle Beitr鋑e zu dem Problem der Fl黶sigkeitsrakete“.

Im gleichen Jahr erreichte das von Braun konzipierte Aggregat 2, gestartet von der Nordseeinsel Borkum aus, eine H鰄e von 2200 Metern.

Wernher von Braun

 Wernher von Braun in Peenem黱de, Fr黨jahr 1941

Peenem黱de

Von 1937 bis 1945 war Wernher von Braun der technische Direktor der Heeresversuchsanstalt Peenem黱de auf der Insel Usedom. Hier leitete er unter anderem die Entwicklung des Aggregats 4, kurz A4 genannt, einer Gro遰akete mit Fl黶sigtreibstoff. Sp鋞er wurde sie unter der Bezeichnung Vergeltungswaffe 2 oder V2 in Serie gebaut. Die technische Neuerung bestand darin, schubstarke Fl黶sigkeitstriebwerke mit einem Kreiselsystem zu koppeln. So gelang es erstmals die Flugbahn zu stabilisieren und Abweichungen automatisch auszusteuern.

Nach Brennschluss in 22 bis 36 km H鰄e erreichte die A4 siebenfache Schallgeschwindigkeit (Mach 7). Kurz vor dem Aufschlag auf dem Boden wurde Mach 5 黚erschritten. Im Luftraum wurde die Rakete mit aerodynamischen Rudern am Rumpf gelenkt, beim Start und im luftleeren Raum mit Grafitrudern im Raketenstrahl. Im Jahr 1942 黚erschritt ein Prototyp erstmals eine Gipfelh鰄e von mehr als 80 km, 1945 wurden um 200 km erreicht. Es war damit die erste Rakete im Weltraum (Definition der FAI: 黚er 100 km).    

F黵 die st鋘dig verbesserte Leistung der Triebwerke sorgte insbesondere die Entwicklung geeigneter Turbopumpen, die gro遝 Mengen Treibstoff (75-prozentiger Ethylalkohol und fl黶siger Sauerstoff) schnell in die Brennkammer pressten. Sie wurden von einer 500 PS starken, aber kleinen und leichten Dampfturbine angetrieben.

Aggregat A4 - V2

V2-Einsatz und Kriegsende

Insgesamt kamen rund dreitausend V2-Raketen zum Einsatz, rund ein Drittel davon gegen London, ebenso viele gegen Antwerpen, das mit seinem Hafen von hoher Bedeutung f黵 den alliierten Nachschub war. Die Sprengkraft aller abgefeuerten V2-Raketen zusammen war kaum st鋜ker als ein einziger mittlerer Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg. Die Wirkung war psychologischer Art, weil es gegen diese Waffe kein Gegenmittel und keine Vorwarnung gab; die milit鋜ische Bedeutung war gering.

Am 11. April 1945 besetzten US-Truppen die Produktionsst鋞ten in Bleicherode, das Mittelwerk. Einhundert A4-Raketen wurden in die USA abtransportiert und bildeten dort die Grundlage des US-amerikanischen Raketenprogramms.

Mehr als hundert Raketen-Entwickler wurden im Rahmen der 凮peration Overcast“ noch 1945 in die USA verschifft. Auch Wernher von Braun und Walter Dornberger vom Heereswaffenamt fand in den USA einen neuen Wirkungskreis. Von Braun leitete in Huntsville (Alabama) ein Team von mehr als hundert Entwicklern f黵 die US-Armee. Die Nazi-Vergangenheit der deutschen Techniker wurde gro遺黦ig 黚ersehen.

NASA

Von Braun wurde nun technischer Berater des US-amerikanischen Raketenprogramms. Ab 1950 arbeitete er in Huntsville (Alabama) als Leiter der Redstone-Entwicklung, einer atomaren Kurzstreckenrakete der US Army.

Seine Ideen der bemannten Weltraumfahrt konnte von Braun am 12. Oktober 1951 auf dem First Symposium on Space Flight diskutieren, einer Konferenz, die im Hayden Planetarium in New York stattfand. Zwischen M鋜z 1952 und April 1954 ver鰂fentlichte er zusammen mit anderen Autoren eine Serie von Artikeln in der Zeitschrift Collier's Weekly. Damit wurde der breiten amerikanischen 謋fentlichkeit die bemannte Weltraumfahrt als technisch durchf黨rbar vorgestellt.

W. von Braun 0

Am 21. Oktober 1959 wurde er offiziell zur NASA 黚erstellt. Kurz vorher war dort die Entscheidung zum Bau einer gro遝n Tr鋑errakete, der sp鋞eren Saturn V, gefallen.

1960 wurde von Braun zum Direktor des Marshall Space Flight Center in Alabama ernannt, eine Position, die er bis 1970 innehatte. Dort war er ma遟eblich an den erfolgreichen Mercury-, Gemini- und Apollo-Programmen beteiligt.

Er leitete die Entwicklung der ersten Stufe der Saturn-V-Tr鋑errakete, die am 27. Oktober 1961 das erste Mal gez黱det wurde. Sein gr鲞ter Erfolg und Erf黮lung langj鋒riger Tr鋟me aber war die bemannte Mondlandung im Jahre 1969. Sein sowjetischer Rivale Sergei Pawlowitsch Koroljow, der Vater der sowjetischen Raumfahrt, konnte dieses Ereignis nicht mehr erleben – er war bereits 1966 gestorben.

Von 1970 bis 1972 war Wernher von Braun stellvertretender Direktor der NASA und setzte sich f黵 eine Fortf黨rung der Projekte ein, darunter auch f黵 eine bemannte Mars-Mission. Entt鋟scht von den starken Budgetk黵zungen durch den US-Kongress verlie er 1972 die NASA und wurde Vizepr鋝ident von Fairchild, einem Luft- und Raumfahrtkonzern.

VonBraunTeam1961

 Wernher von Braun mit Mitarbeitern 1961.

Politik und Technik

Von Braun von vielen Historikern sehr kritisch bewertet!

Von 1937 bis 1945 war Wernher von Braun der technische Direktor der Heeresversuchsanstalt Peenem黱de auf der Insel Usedom. Hier leitete er unter anderem die Entwicklung des Aggregats 4, kurz A4 genannt, einer Gro遰akete mit Fl黶sigtreibstoff. Ab 1943 wurde die Rakete in Serie gebaut.  Am 1. Dezember 1938 trat von Braun der NSDAP bei und wurde am 1. Mai 1940 Mitglied der SS, in der er bis zum Sturmbannf黨rer aufstieg (entsprechend dem Wehrmachtsrang Major). 

Weshalb seine Person so umstritten ist, wird deutlich, wenn man sich vor Augen h鋖t, dass Wernher von Braun im milit鋜ischen Auftrag an einer Waffe arbeitete, die mit bisher unerreichter Reichweite und Geschwindigkeit eine Tonne Sprengstoff ins Ziel brachte und gegen die es keine Abwehr gab. F黵 die Serienherstellung der V2 wurden H鋐tlinge des Konzentrationslagers Dora-Mittelbau eingesetzt, die ihre Arbeit unter menschenunw黵digen Bedingungen verrichten mussten.

Daher wird dieser Lebensabschnitt von Brauns von vielen Historikern sehr kritisch bewertet, da er eine Verantwortlichkeit f黵 diese Produktion schwerlich abweisen konnte. Andere werfen ihm zumindest Opportunismus vor. So forderte er in einem Schreiben vom 12. November 1943 1350 Arbeitskr鋐te an, was seinerzeit stets KZ-H鋐tlinge meinte. Einige Insassen des Konzentrationslagers bezeugten sp鋞er zudem, ihn bei der Besichtigung der Arbeitsst鋞ten gesehen zu haben. Von Braun selbst erkl鋜te, dass er vom Elend der Zwangsarbeiter nichts gewusst h鋞te und f黵 deren Einsatz nicht verantwortlich gewesen sei. Allerdings berichtete er 1969 in einem Interview, dass die Zwangsarbeiter in einem 別rbarmungsw黵digen Zustand“ gewesen seien, Eindr點ke, die 剆chwer auf der Seele jedes anst鋘digen Mannes lasten“ w黵den. Nach eigenen Angaben sch鋗te er sich damals, dass solche Dinge in Deutschland m鰃lich waren, selbst angesichts der Kriegssituation.

F黵 die Anwesenheit Wernher von Brauns im Lager Dora-Mittelbau gibt es keine direkten Belege. Allerdings liegt sein Brief vom 15. August 1944 an Albin Sawatzki vor, der f黵 die Planung und Steuerung der V2-Fabrikation verantwortlich war. Dieser belegt, dass von Braun im KZ Buchenwald war und dort selbst H鋐tlinge aussuchte.

Im Zusammenhang mit dem Ausbau von Dora-Mittelbau und der anschlie遝nden Fertigung der A4- Rakete und anderer Waffen kamen nach offizieller Z鋒lung in den SS-Akten ca. 12.000 Zwangsarbeiter ums Leben. Der Einsatz der Waffe forderte insgesamt ca. 8.000 Opfer, haupts鋍hlich in der Zivilbev鰈kerung. Die V2 war somit die einzige Waffe, deren Produktion mehr Opfer forderte als ihr Einsatz.

Aggregat 4 V2 0

Aggregat 4 (A4) war die Typenbezeichnung der ersten voll funktionsf鋒igen Gro遰akete. Bekannt wurde diese Boden-Boden-Rakete unter dem ihr von Joseph Goebbels im Oktober 1944 gegebenen Propagandanamen Vergeltungswaffe 2, kurz 刅2“.

Die A4-Rakete wurde in der Zeit des Nationalsozialismus als ballistische Artillerie-Rakete gro遝r Reichweite konzipiert und gegen Ende des Zweiten Weltkrieges in gro遝r Zahl eingesetzt. Sie gilt au遝rdem als erstes von Menschen konstruiertes Objekt, das die Grenze zum Weltraum durchstie.

Entwickelt wurde das Aggregat 4 von einer Gruppe von Wissenschaftlern und Ingenieuren um Wernher von Braun, dem Technischen Direktor der Heeresversuchsanstalt Peenem黱de, der auch Klaus Riedel, und Arthur Rudolph angeh鰎ten. Verantwortlicher Leiter und Kommandeur der HVA war in diesem Zeitraum Walter Dornberger.

Die Raketenentwicklung in Peenem黱de war von Anfang an von milit鋜ischen Anforderungen gepr鋑t. Nach dem ersten Luftangriff auf Peenem黱de am 17. August 1943 wurden viele Versuchsstarts der A4, insbesondere zur Ausbildung der Raketeneinheiten,

in Blizna und auf der Tucheler Heide durchgef黨rt. Daneben ging auch in Peenem黱de (einschlie遧ich der Greifswalder Oie) der Start von Versuchsraketen bis zum 21. Februar 1945 weiter.

Die A4-Rakete war 14 Meter hoch und hatte eine Masse von 13,5 Tonnen. Der Rumpf bestand aus Spanten und Stringern, die mit d黱nem Stahlblech beplankt waren. Die Technik bestand aus vier Baugruppen:

  • Segment mit dem Raketenmotor, der Schubd黶e und den Lenk- und Stabilisierungsflossen.
  • Treibstoffzelle, welche die beiden Kraftstofftanks aufnahm.
  • Ger鋞etr鋑er, der die Steuerung beherbergte.
  • Gefechtskopf an der Spitze, der nicht abtrennbar war.

Vier Strahlruder aus Graphit direkt im Gasstrom und die vier Leitwerke sorgten f黵 die Stabilisierung im Flug. Sie wurden 黚er Servomotoren bewegt, welche ihre Steuerinformationen von den zwei Gyroskopen in der Raketenmitte erhielten. Ein Kreisel war f黵 die Querruder-Achse und der andere f黵 die Seiten- und H鰄enruder-Achse zust鋘dig. Wenn die Rakete vom eingestellten Kurs abwich, wurde das von den Gyroskopen registriert und die Servomotoren der Strahlruder und Leitwerke zur Korrektur des Kurses angesteuert.

Zur Erzielung einer gr鲞eren Zielgenauigkeit konnte die Rakete auch mit einer Leitstrahl-Bodenanlage gesteuert werden, deren Leitstrahlebene die Rakete im Flug folgte.

2009 DPMV Konv. 013B

Die beim Start eingestellte Zeitschaltuhr sorgte daf黵, dass der Neigungswinkel der Kreiselplattform nach 3 sec. Brennzeit so ver鋘dert wurde, dass die Rakete aus der Senkrechten in eine geneigte Flugbahn 黚erging.

Der Neigungswinkel war so eingestellt, dass sich je nach zu erzielender Entfernung eine entsprechende Flugbahn ergab. Vor dem Start musste die Rakete auf ihrem Abschusstisch exakt senkrecht gestellt und so gedreht werden, dass eine besonders markierte Flosse in Zielrichtung zeigte.

Die A4 war eine Fl黶sigkeitsrakete und wurde mit einem Gemisch aus 75-prozentigem Ethylalkohol und Sauerstoff angetrieben. F黵 die st鋘dig verbesserte Leistung des Triebwerks sorgte insbesondere die Entwicklung geeigneter Turbopumpen, die gro遝 Mengen Treibstoff schnell in die Brennkammer pressten. Sie wurden von einer 500 PS starken, aber kleinen und leichten Dampfturbine angetrieben.

Die Rakete erreichte nach einer Brenndauer von etwa 60 Sekunden ihre H鯿hstgeschwindigkeit von etwa 5500 km/h (etwa Mach 5). Da der gesamte Flug bei einer Reichweite von 250 bis 300 km nur 5 Minuten dauerte, gab es keine Abwehrm鰃lichkeit gegen diese Waffe.

Mit Sprengk鰌fen best點kt, wurden mit ihr ab 6. September 1944 englische und belgische St鋎te bombardiert, vor allem London und Antwerpen von mobilen Startrampen aus. Die letzte Rakete im Kampfeinsatz wurde am    27. M鋜z 1945 von den Deutschen gegen Antwerpen abgeschossen. Augenzeugen berichten jedoch, dass die Ausbildungsbatterie 444 noch am  5. April 1945 in der Gegend von Verden mehrere A4-Raketen Richtung Nordsee gestartet habe. Insgesamt forderte der Einsatz der A4-Raketen mehr als 8000 Menschenleben, haupts鋍hlich Zivilisten.

Nach dem Krieg

Den Amerikanern waren am 29. M鋜z 1945 am Bahnhof Bromskirchen, Kreis Waldeck-Frankenberg (Hessen), 10 unversehrte komplette V2 Raketen mit mobilen Abschussrampen und Treibstoff des deutschen Artillerieregimentes Z.V. 901 (mot) auf einem Milit鋜zug in die H鋘de gefallen. Der Zug sollte, am 22. M鋜z vom Westerwald kommend, 黚er die Aar-Salzb鰀e-Bahn in eine neue Stellung gebracht werden. Diese 10 Raketen wurden 3 Tage sp鋞er 黚er Amsterdam in die USA verschifft und bildeten die Grundausstattung der neuen amerikanischen Raketentechnik.

Sputnik 1 (russisch Спутник fьr Begleiter (der Erde) war der erste k黱stliche Erdsatellit. Mit ihm begann am 4. Oktober 1957 die 膔a der Weltraumfahrt.

Der Satellit war zwar von der Sowjetunion f黵 den Verlauf des Internationalen Geophysikalischen Jahres (IGY)(1957-58) angek黱digt worden, doch rechnete die westliche Fachwelt erst Mitte 1958 mit der Fertigstellung der sowjetischen Entwicklungen und wurde durch den Start 黚errascht.

US-Pr鋝ident Eisenhower hatte Ende Juli 1955 die Entwicklung eines amerikanischen Erdsatelliten in Auftrag gegeben, worauf die UdSSR vier Tage sp鋞er, am 1. August 1955, eine 鋒nliche Entwicklung ank黱digte. Dies war von der Welt鰂fentlichkeit teilweise als Propaganda-Coup f黵 die 躡erlegenheit des marxistisch-wissenschaftlichen Systems 黚er den Kapitalismus (Mitteilung Herbst 1955) angesehen worden.

Der erfolgreiche Start am 4. Oktober 1957 um 19:28:34 GMT von einer gro遝n Startrampe in Baikonur (Kasachische SSR) 黚erraschte daher alle Welt. Die Tr鋑errakete R-7 des Satelliten war eine Weiterentwicklung milit鋜ischer Interkontinentalraketen durch den Konstrukteur Sergei Pawlowitsch Koroljow.

Die Leistungsf鋒igkeit sowjetischer Raketen war f黵 die Milit鋜s der westlichen Welt ein zus鋞zlicher Grund zur Sorge. Das politische Klima zwischen den Gro適鋍hten USA und UdSSR hatte sich in den Vorjahren verschlechtert. In der folgenden Zeit wurde massiv in Verteidigungs- und Angriffswaffen investiert.

Sputnik 01

Dieser Sputnik (sp鋞eres Synonym f黵 alle sowjetischen Satelliten, auch der Kosmos-Serie und anderer 凷putniks“) wog 83,6 kg (und damit f黱fmal mehr als der US-Explorer 1 vom 31. Januar 1958) und war eine mit Stickstoff gef黮lte, hochglanzpolierte Aluminiumkugel (2 mm starkes Blech aus der Aluminiumlegierung AMg6T) von 58 cm Durchmesser, aus der zwei Antennenpaare (je 2,4 m bzw. 2,9 m lang) ragten.

Der Satellit trug zwei Funksender vom Typ D 200 mit einem Watt Leistung f黵 codierte Kurzwellensignale (in ihnen waren Innendruck und -temperatur verschl黶selt) auf einer Frequenz von 20,005 und 40,002 MHz, die 21 Tage funktionsf鋒ig blieben. Die 刾iepsenden“ Signale des Sputnik konnten an sich auf der ganzen Welt empfangen werden, wenn der verwendete Empf鋘ger f黵 die schwachen 1-Watt-Signale empfindlich genug war.

Im westlichen Europa konnte dabei ein Astronom den ersten Erfolg verk黱den: Heinz Kaminski von der Volkssternwarte Bochum. Die gute Presse und die vielen Anfragen, die mit diesem Erfolg in den ersten Tagen der Raumfahrt verbunden waren, trugen wesentlich zum Entstehen des sp鋞eren Bochumer Instituts f黵 Weltraumtechnik bei.

An der Schulsternwarte Rodewisch (Sachsen) wurde der Sputnik am 8. Oktober 1957 erstmals mit Hilfe eines Fernglases gesehen.

Die Umlaufbahn von Sputnik 1 verlief anf鋘glich in einer um 65,1 gegen den Erd鋛uator geneigten Bahn mit einer Flugh鰄e zwischen 215 und 939 km und einer Umlaufzeit von 96,2 min.

Durch die bremsende Wirkung der Ionosph鋜e - deren Dichte und Obergrenze man bis dahin stark untersch鋞zt hatte - sank die Bewegungsenergie des Satelliten und damit seine Bahnh鰄e kontinuierlich. Nach 92 Tagen trat Sputnik 1 in die dichteren Atmosph鋜enschichten ein und vergl黨te am 4. Januar 1958.

2009 DPMV Konv. 445

Der 凷putnikschock“

Die Tatsache des ersten Sputnik-Starts machte aller Welt klar, dass die Sowjetunion nun in der Lage war, mit ihren Raketen nicht nur den Weltraum zu erreichen, sondern auch jeden Punkt auf der Erde. Dies l鰏te in der westlichen Welt ein starkes Gef黨l der Bedrohung aus, weil die sowjetischen Interkontinentalraketen jenen der USA offenbar 黚erlegen waren.

Der Sputnikschock l鰏te eine Krise in der Selbstwahrnehmung der US-Amerikaner aus. Diese waren in ihrem Selbstverst鋘dnis Einwohner der technologisch fortschrittlichsten Nation der Erde. In der 鰂fentlichen Wahrnehmung waren dabei die Demokratie und der Kapitalismus nat黵liche Wettbewerbsvorteile, die eine nat黵liche technologische 躡erlegenheit begr黱deten.

Die Tatsache, dass nun die kommunistische, planwirtschaftlich organisierte Sowjetunion den USA im Weltraum einen Schritt voraus war, schockierte die Amerikaner zutiefst. Als Folge davon erlangten Forderungen nach einer grundlegenden Reform des Bildungssystems schnell eine breite Unterst黷zung in der Bev鰈kerung. Es galt, die Sowjetunion bei dem bald daraufhin ausgerufenen Wettlauf ins All zu schlagen.

R-7_03

Die R-7 (Rakete - 7) war die siebte milit鋜ische Rakete welche die Sowjetunion nach dem Krieg entwickelte und die erste Interkontinentalrakete.

Am 17.02.1953 wurde die Entwicklung einer Interkontinentalrakete beschlossen, die einen 3000 kg schweren Sprengkopf 8000 km weit transportieren wurde. Die Rakete sollte 170 t wiegen. Sp鋞er wurden die Anforderungen erh鰄t: Der Sprengkopf sollte nun 5500 kg schwer sein. Die R-7 wurde von 1954-1957 entwickelt. Koroljow als Chefkonstrukteur hatte das Konzept im Jahre 1953 entwickelt und schlug es am 25.05.1954 vor.  Schon am 9.7.1954 wurde es genehmigt und Koroljow wurde verantwortlicher Leiter. Schon am  15.05.1957, also nur drei Jahre sp鋞er fand der erste Start statt.

Wie bei den Amerikanern war das erste Modell noch verh鋖tnism溥ig schwer und so wurde die R-7 f黵 den Transport eines 5500 kg schweren Sprengkopfes 黚er eine Distanz von 8000 km

ausgelegt. Der Sprengkopf war damit fast vier mal schwerer als der 1.5 t schwere Sprengkopf der ersten amerikanischen Interkontinentalrakete, der Atlas. 

Wie bei der ersten amerikanischen Interkontinentalrakete, der Atlas, kam auch der Semjorka keine operationelle Rolle als Atomwaffentr鋑er zu. F黵 einen Einsatz als Interkontinentalrakete war die Rakete mit 250 Tonnen fl黶sigen Treibstoff, davon der gr鲞te Teil bei -183 Grad siedenden fl黶sigen Sauerstoffs, einfach zu unpraktikabel. Diese Version R-7A wurde vom 31.12.1959 bis 1968 stationiert. Nur einmal w鋒rend dieser Zeit war eine R-7 w鋒rend der Kubakrise auch mit einem nuklearen Sprengkopf ausger黶tet. Sie h鋞te innerhalb von 8-12 Stunden gestartet werden k鰊nen. Dies zeigt, dass die Rakete nur als Erstschlagswaffe brauchbar war.

Explorer 1 war der erste Satellit des Explorer-Programm, dieses war das erste und zugleich umfangreichste Programm von Satelliten und Raumsonden der Vereinigten Staaten. Die meisten von ihnen (黚er 80) waren 鋟遝rst erfolgreich und dienten zur Erforschung der Ionosph鋜e, der Erdkunde (Fernerkundung) und der Astronomie.

Der wissenschaftliche Anlass f黵 Explorer 1 war die Polar- bzw. Ionosph鋜enforschung und das (erste) Internationale Geophysikalische Jahr 1957/58. Der Start war vom US-Pr鋝identen schon im Juli 1955 angek黱digt worden (vier Tage darauf folgte eine 鋒nliche Ank黱digung der Sowjetunion, die dann vor den USA den ersten Satelliten starteten).

Doch auch milit鋜isch-technische Gr黱de spielten eine Rolle (Kalter Krieg, Interkontinentalraketen).

Planung und Bau des Satelliten

Planung und Bau des Satelliten erfolgte durch das Jet Propulsion Laboratory (JPL) des California Institute of Technology (Caltech unter Dr. William H. Pickering). Die Messinstrumente entwickelte Dr. James Van Allen, die Jupiter-Rakete war eine Modifikation der Mittelstreckenrakete vom Typ Redstone. Sie kam aus den Werkst鋞ten der ABMA (Army Ballistic Missile Agency) unter Leitung Wernher von Brauns, des fr黨eren deutschen Raketenpioniers in Peenem黱de. Jupiter-C war ein direkter "Nachkomme" der deutschen A4 (V2) und wurde 1955-56 entwickelt.

Explorer 1 01

Der Start von Explorer 1

Der Start von Explorer 1 erfolgte am 1. Februar 1958 um 3:48 UTC (31. Januar um 22:48 Uhr Ortszeit) von Startrampe 26 der Cape Canaveral Air Force Station. Das Startfenster war vier Stunden, zwischen 3:30 UTC und 7:30 UTC, ge鰂fnet.

Urspr黱glich sollte der Satellit bereits zwei Tage zuvor ins All gebracht werden – der Start musste wegen schlechter Wetterbedingungen (Jetstream) aber zweimal verschoben werden. Auch am Starttag war nicht sicher, ob die Windgeschwindigkeiten nachlassen w黵den.

Gestartet wurde "Explorer 1" mit der vierstufigen Tr鋑errakete des Typs Juno 1, einer leichten Modifizierung der Mittelstreckenrakete Jupiter C. Die Startrampe lag in der N鋒e des Cape Canaverals auf der langen Halbinsel an der Atlantikk黶te von Florida.

Explorer 1 bestand aus einem 205 cm langen Zylinder mit einem Durchmesser von 16 cm und erreichte eine elliptische Umlaufbahn zwischen etwa 360 km und 2.530 km H鰄e. Bei einer Gesamtmasse von 13,9 kg entfielen 8,3 kg auf die Nutzlast. Explorer war mit Telemetrie-Antennen und geophysikalischen Messinstrumenten best點kt - u. a. jenen Magnetometern, mit denen der Van Allen-Strahlungsg黵tel um die Erde nachgewiesen wurde.

Aus politischen Gr黱den sollte urspr黱glich eine von der US-Navy gebaute Sonde - der kleine Vanguard 1 - der erste k黱stliche Satellit Amerikas werden. Nach dem Fehlstart am 6. Dezember 1957 (die dreistufige Tr鋑errakete war noch nicht getestet worden) wurde Wernher von Braun auf sein Dr鋘gen hin die Erlaubnis erteilt, einen Satelliten in die Erdumlaufbahn zu starten.

Explorer 1 war deutlich kleiner und leichter als der russische Sputnik, lieferte jedoch zahlreiche Messdaten 黚er die Ionosph鋜e, die auf einen Strahlungsg黵tel (sp鋞er Van-Allen-G黵tel benannt) rings um die Erde schlie遝n lie遝n. Mit sp鋞eren Explorer-Starts wurde der Strahlungsg黵tel - und ein au遝rhalb liegender zweiter - genauer erforscht und erwies sich als gef鋒rlich f黵 die bemannte Raumfahrt, deren Vorplanungen schon l鋘ger liefen.

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Explorer 1 und Jupiter C

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2009 DPMV Konv. 446 kl

Wostok 1 (russisch Восток-1 fьr Osten-1) war der erste bemannte Weltraumflug. Mit dem sowjetischen Kosmonauten Juri Gagarin gelangte am 12. April 1961 erstmals ein Mensch 黚er die international anerkannte Grenzh鰄e von 100 Kilometern. Gagarin startete an Bord eines Wostok-Raumschiffs vom Weltraumbahnhof Tjuratam (dem heutigen Baikonur) aus und landete nach einer vollst鋘digen Erdumkreisung in der N鋒e der s黡westrussischen Stadt Engels. Der Flug z鋒lt zu den gr鲞ten Erfolgen des sowjetischen Raumfahrtprogramms und gilt als Meilenstein des Wettlaufs ins All zwischen den UdSSR und den Vereinigten Staaten.

Offiziell wurde die Mission von der Sowjetunion als Wostok bekannt gegeben (ohne den Zusatz der Zahl 1); um Verwechslungen zu vermeiden wird der Flug international jedoch meistens als Wostok 1 angegeben.                                                   

Die erste Kosmonautengruppe der Sowjetunion wurde im Jahr 1960 gebildet und bestand aus

20 Luftwaffenpiloten, nachdem der Simulator des Wostok-Raumschiffs betriebsbereit war, wurden am 30. Mai sechs Angeh鰎ige der Hauptgruppe ausgew鋒lt. Mitte Januar 1961 nahmen alle sechs Kandidaten an m黱dlichen und schriftlichen Pr黤ungen teil, um ihre Bereitschaft f黵 einen Flug zu bewerten. Eine Sonderkommission ermittelte anschlie遝nd anhand der Ergebnisse mit Gagarin, Titow und Neljubow die drei aussichtsreichsten Anw鋜ter f黵 die erste bemannte Mission, Gagarin galt als Favorit.

Start / Missionsverlauf.

Die Nacht auf den 12. April 1961 verbrachte Gagarin zusammen mit seinem Ersatzmann Titow in einer Holzh黷te in der N鋒e des Startgel鋘des. Gegen 3:00 Uhr am 12. April wurden die verschiedenen Stationen im Kontrollbunker und den Bodenstationen in der Sowjetunion besetzt, womit die Startoperationen offiziell begannen. Um 5:30 Uhr wurden Gagarin und Titow durch den Luftwaffenarzt Jewgeni Karpow geweckt, worauf ein kurzes Fr黨st點k und eine letzte medizinische Untersuchung folgten. Anschlie遝nd legten sich beide mit der Hilfe zweier Assistenten ihre SK-1- Raumanz黦e an.

Um 7:10 Uhr aktivierte Gagarin das Funkger鋞, das ihn mit dem Konstrukteur Sergei Koroljow im Startkontrollzentrum verband. Gagarin benutzte das Rufzeichen Kedr (刏eder“), w鋒rend die Bodenstationen Sarja-1 (凪orgenr鰐e-1“) verwendeten. Um 7:50 Uhr, eine Stunde nach dem Einstieg Gagarins in die Kapsel, wurde die Luke des Wostok-Raumschiffs geschlossen. Nachdem eine Anzeige jedoch darauf hinwies, dass die Luke nicht korrekt verriegelt war, mussten drei Techniker alle 30 Sicherungsschrauben wieder entfernen und die Luke ein zweites Mal schlie遝n. Die Panne f黨rte zu leichten Verz鰃erungen, sodass die Umgebung der Startrampe erst 30 Minuten vor dem Abheben ger鋟mt werden konnte. Eine Viertelstunde sp鋞er wurden die Wartungsplattformen, die die Tr鋑errakete umgaben, zur點kgefahren. Der Countdown wurde eine Minute vor dem Start planm溥ig f黵 f黱f Minuten angehalten. Gagarin berichtete, dass er bereit f黵 den Start sei und das Arbeiten der Ventile sp黵en k鰊ne.

2009 DPMV Konv. 277

Wenige Sekunden vor dem Start begann die Z黱dungssequenz der f黱f Triebwerke der ersten und zweiten Raketenstufe. Nachdem die Rakete die volle Schubkraft von knapp 400 Tonnen erreicht hatte, l鰏ten sich die vier Haltearme. Um 9:06:59,7 Uhr am 12. April 1961 startete Wostok 1 mit Juri Gagarin an Bord.

W鋒rend des Aufstiegs der Wostok-Tr鋑errakete erh鰄te sich wegen der zunehmenden Beschleunigung die g-Kraft, wodurch Gagarin in seine Liege gedr點kt wurde. 119 Sekunden nach Flugbeginn wurden die aus vier Boostern bestehende erste Stufe abgetrennt. Eine knappe Minute sp鋞er folgte die Absprengung der Nutzlastverkleidung, die das Raumschiff beim Start umgeben hatte. Bei einer Belastung von 5 g bemerkte Gagarin leichte Schwierigkeiten beim Sprechen. Nach f黱f Minuten Flugzeit schalteten die Triebwerke der zweiten Stufe ab, wodurch die g-Kraft rapide abnahm und Gagarin in den Gurt seines Sitzes gedr點kt wurde. Nach dem Abl鰏en der zweiten Stufe beschleunigte das Triebwerk der dritten Stufe die Wostok auf Orbitalgeschwindigkeit. Gagarins Puls erreichte w鋒rend der Startphase einen H鯿hsttand von 150 Schl鋑en pro Minute. Um 9:21 – 676 Sekunden nach dem Abheben – erreichte das Raumschiff die Erdumlaufbahn, nachdem kurz zuvor die dritte Raketenstufe abgetrennt worden war. Wegen einer mangelhaften Leistung der Tr鋑errakete erreichte das Wostok-Raumschiff einen h鰄er als vorgesehen Orbit, dessen Apog鋟m (gr鲞ter Erdabstand) 70 Kilometer 黚er dem geplanten Wert lag.

W鋒rend des gesamten Flugverlaufs beschrieb Gagarin in regelm溥igen Abst鋘den seine gesundheitliche Verfassung und den Zustand der Systeme des Raumschiffs. Seine Berichte wurden durch eine Funksendeanlage auf den Kurwellenfrequenzen 9,019 MHz und 20,006 MHz sowie auf der Ultrakurzwellenfrequenz 143,625 MHz zu den Bodenstationen in der Sowjetunion weitergeleitet. Daneben konnten Gagarins Kommentare auch durch ein Tonbandger鋞 aufgezeichnet werden, falls sich das Raumschiff nicht in Reichweite der Erdfunkstationen befand. In der Kapsel befanden sich zudem zwei Fernsehkameras, die einen Profil- sowie eine Frontalansicht Gagarins lieferten.

Gagarins Arbeitspensum w鋒rend des Flugs war 鋟遝rst niedrig; die Durchf黨rung von wissenschaftlichen Untersuchungen war f黵 Wostok 1 nicht vorgesehen. Die Zeit im Orbit nutzte Gagarin im Wesentlichen f黵 Beobachtungen der Erdoberfl鋍he und der 躡erwachung der Ger鋞e an Bord der Kapsel.

Nach einer Erdumkreisung z黱deten die Bremsraketen planm溥ig. H鋞ten sie versagt, w鋜e Wostok 1 durch die atmosph鋜ische Reibung, die in dieser H鰄e noch nicht zu vernachl鋝sigen ist, innerhalb von 10 Tagen wieder in die Erdatmosph鋜e eingetreten. Alle Vorr鋞e an Bord waren f黵 diese Flugdauer bemessen.

Die Wostok- Landekapsel war daf黵 ausgelegt, auf Land niederzugehen. Der Versorgungsteil trennte sich erst viel sp鋞er als geplant von der R點kkehrkapsel, was heftige Schwingungen hervorrief, w鋒rend Wostok 1 durch die h鰄eren Schichten der Atmosph鋜e stie. Sp鋞er entfalteten sich die Hauptfallschirme, um die Landekapsel weiter abzubremsen. Wie vorgesehen l鰏te Gagarin in 7000 Meter H鰄e den Schleudersitz aus und landete mit dem Fallschirm 25 Kilometer s黡westlich der Stadt Engels.

Wostok 1 01

Die Planung

Anfang Oktober 1958 wurde beschlossen, ein bemanntes Raumfahrtprogramm in den USA durchzuf黨ren. Die Planungen sahen vor, ein Raumschiff mit einem Menschen zu bemannen und diese orbital um die Erde kreisen zu lassen. In der Fr黨phase wurde von einem bemannten Satelliten gesprochen.

Um dieses Programm ausf黨ren zu k鰊nen, mussten verschiedene Systeme entworfen und getestet werden. So wurde im Langley Research Center ein Programm zur voll gesteuerten Fallschirmlandung entwickelt. Au遝rdem wurden mit Hilfe der United States Air Force, die schon Erfahrungen auf diesem Gebiet hatte, die Raketen ausgesucht. Da diese aber nur f黵 milit鋜ische Zwecke gebaut waren, mussten sie weiterentwickelt werden. Es handelte sich dabei in erster Linie um die Atlas- und Redstone-Raketen. An letzterer war auch die deutsche Gruppe um Dr. Wernher von Braun beteiligt.

 Mercury-Redstone 3

Die Mission Mercury-Redstone 3 (MR-3) am 5. Mai 1961 gilt nach Juri Gagarins Flug (12. April 1961) als der zweite bemannte Flug in der Geschichte der Raumfahrt. Alan B. Shepard war damit der erste US-Amerikaner au遝rhalb der Erdatmosph鋜e.                          

Das Mercury-Raumschiff Freedom 7 vollzog allerdings nur einen ballistischen Flug.

Ein Erreichen des Erdorbits war mit der Redstone-Rakete nicht m鰃lich.

Nach dem Start verlief nach Alan Shepards Aussage der Flug sehr ruhig. Nach 45 Sekunden setzten Vibrationen ein, diese waren bedingt durch das Erreichen der Schallgeschwindigkeit (Mach 1) und dem damit verbundenen Durchbrechen der Schallmauer. Der Flug stabilisierte sich wieder nach 88 Sekunden. Die Redstone Rakete wurde nach knapp zweieinhalb Minuten vom Raumschiff getrennt. 

Nach 15 Minuten und 22 Sekunden Gesamtflugdauer wasserte Freedom 7 im Atlantik. Helikopter holten Shepard und die Freedom 7 nach elf Minuten an Bord des Flugzeugtr鋑ers USS Lake Champlain. Dort wurde er sofort medizinisch untersucht. Shepard befand sich in ausgezeichneter Kondition und empfand den Flug als k鰎perlich problemlos.            

Alan Shepard nahm sp鋞er auch am Apollo-Programm teil und landete als Missionskommandant mit Apollo 14 auf dem Mond.

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Atlas (Rakete)

Mercury Atlas 6
Mercury-Redstone 3 Kl

Die Atlas, einst entwickelt als ballistische Interkontinentalrakete, ist eine Tr鋑errakete, die u. a. in den 1960er Jahren beim Mercury- und Gemini-Programmen eingesetzt wurde. Weiterentwicklungen der Atlas-Rakete sind auch heute noch als Tr鋑erraketen f黵 Satelliten im Einsatz.

Die Entwicklung der Atlas begann im M鋜z 1946, als die Firma Convair mit dem Bau einer Interkontinentalrakete mit einer Reichweite von 8000 km beauftragt wurde (Projekt MX-774 oder Hiroc). Das Projekt wurde aber nach kurzer Zeit aufgrund von Geldmangel beendet, jedoch 1951 angesichts der sowjetischen Aufr黶tung wiederbelebt (als Projekt MX-1593 oder Atlas). 

Der erste Start einer Atlas fand am 11. Juni 1957 statt. Aufgrund eines Fehlers im Treibstoffsystem musste die Rakete aber 51 Sekunden nach dem Start zerst鰎t werden. So blieb der erste erfolgreiche Flug einer Interkontinentalrakete der Sowjetunion vorbehalten. 

Die U.S. Air Force zog aber noch im selben Jahr, am 17. Dezember 1957, mit dem ersten gegl點kten Flug der Atlas A nach.

Ein Jahr sp鋞er absolvierte die Atlas B am 29. November 1958 den ersten Flug 黚er die volle Distanz. Im selben Jahr wurde beschlossen, die Atlas als Tr鋑errakete f黵 das Mercury-Programm zu benutzen.

Im September 1959 nahmen die ersten Atlas D den Truppendienst auf. Im Mai 1960 stellte die Atlas D mit einer Flugstrecke von fast 14.500 km den bis dato g黮tigen Rekord f黵 den weitesten bekannten Flug einer Interkontinentalrakete auf. Aufgrund ihrer hohen Reaktionszeit wurde die Atlas schon 1965 au遝r Dienst gestellt. Sie wurde durch die milit鋜isch geeigneteren Minuteman und Titan II Interkontinentalraketen abgel鰏t. Ausgemusterte Atlas Interkontinentalraketen wurden bis in die 1990er als Tr鋑erraketen f黵 kleine Nutzlasten eingesetzt.

Mercury-Atlas 6

Mercury-Atlas 6 war der erste bemannte Flug, der mit der Atlas-Rakete durchgef黨rt werden sollte. Die vorherigen bemannten Fl黦e Mercury-Redstone 3 und Mercury-Redstone 4 waren suborbitale Fl黦e mit der Redstone-Rakete gewesen.

Nachdem mit Mercury-Atlas 5 der letzte Testflug erfolgreich verlaufen war, konnte nun endlich das eigentliche Ziel des Mercury-Programms ins Auge gefasst werden: einen US-Amerikaner in die Erdumlaufbahn zu bringen. F黵 Mercury-Atlas 6 waren drei Erdumkreisungen vorgesehen.

Das Raumschiff mit der Seriennummer 13 wurde am 27. August 1961 in Cape Canaveral angeliefert und am 2. Januar 1962 auf der Tr鋑errakete montiert. In den Wochen und Monaten vor dem Start 黚ten Glenn und das Bodenpersonal immer wieder den Flug, teils im Simulator, teils auf der Startrampe.

Der Flug war zuerst f黵 den 27. Januar angesetzt, musste aber mehrfach verschoben werden, weil der bedeckte Himmel das Filmen des Starts nicht zulie, au遝rdem wurde ein Defekt in einem Tank festgestellt, der eine gr鲞ere Reparatur erforderte.

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Ein US-Amerikaner in die Erdumlaufbahn

Mercury-Atlas 6 wurde dann schlie遧ich am 20. Februar gestartet, zehn Minuten sp鋞er war Friendship 7 im Orbit.

W鋒rend der zweiten Erdumkreisung signalisierte die Landekapsel, dass der Hitzeschild nicht mehr korrekt sa. Wenn diese Anzeige stimmte, w黵de Friendship 7 beim Wiedereintritt vergl黨en. Die Leitstelle entschied deshalb, dass die Bremsraketen nach dem Z黱den nicht wie 黚lich abgeworfen w黵den. Damit sollte der lockere Hitzeschild in Position gehalten werden, bis er durch den steigenden Luftdruck angedr點kt w黵de.

W鋒rend des Niedergangs pendelte die Friendship 7 stark, und der Treibstoff f黵 die Lageregelung wurde restlos verbraucht. Der Hilfsfallschirm l鰏te jedoch fr黨er als geplant aus und stabilisierte die Landekapsel.

Da Friendship 7 zum Schluss leichter als geplant war, wurde der berechnete Landepunkt um 60 Kilometer verfehlt.

Der Zerst鰎er USS Noa hievte die Landekapsel mitsamt dem Astronauten an Bord. Glenn sprengte die Einstiegsluke auf und zog sich dabei eine kleine Verletzung an der Hand zu. Glenn wurde sofort medizinisch untersucht, zeigte aber sonst au遝r Ersch鰌fung und Durst keine Beschwerden.

Mit diesem vollwertigen bemannten Raumflug hatten die USA zur Sowjetunion aufgeschlossen, die jedoch nach Anzahl und Dauer der Raumfl黦e f黨rten. Glenn wurde als Held gefeiert. Mit diesem Flug waren die Ziele des Mercury-Programms erf黮lt, weitere Starts der Mercury-Raumschiffe 7-9 mit Atlas-Raketen sollten jedoch bald folgen, f黵 Mercury-Atlas 7 war bereits Deke Slayton als Pilot angek黱digt worden.

2009 Ausst. Overbergschule 171C

 Voschod II Der 凷paziergang“

Im Fr黨ling 1964 wurde entschieden, dass weitere Raumfl黦e mit modifizierten Wostok- Raumschiffen unter der Bezeichnung Woschod starten w黵den. Der erste Woschod-Flug w黵de Wissenschaftskosmonauten als Passagiere bef鰎dern, w鋒rend beim zweiten Flug zum ersten Mal ein Kosmonaut sein Raumschiff verlassen w黵de. Leonow wurde f黵 den zweiten Flug und ab Juli speziell f黵 den Ausstieg ausgebildet. Am 9. Februar 1965 wurde er von den offiziellen Stellen als Besatzungsmitglied mit Ausstiegfunktion best鋞igt.

Woschod 2 startete am 18. M鋜z 1965 um 07:00 Uhr UT mit Leonow und seinem Kommandanten Pawel Beljajew an Bord. In der Erdumlaufbahn verlie Leonow als erster Mensch sein Raumschiff, gegen 08:30 Uhr UT begab sich Leonow ins All. Kurz darauf befand sich Woschod 2 wieder im UKW-Empfangsbereich der sowjetischen Bodenstationen, sodass eine Fernsehkamera an der Au遝nseite von Woschod Bilder dieses historischen Moments zur Erde senden konnte.

Mit dem Raumschiff war er nur durch eine 4,5 m lange Sicherheitsleine verbunden und schwebte etwa 24 Minuten im Weltraum. Der 凷paziergang“ endete fast in einer Katastrophe, denn durch das Hochvakuum des Weltraumes bl鋒te sich der Raumanzug so auf, dass Leonow fast nicht mehr durch die enge Luke in das Raumschiff zur點kkehren konnte. Das Ablassen von Druck aus dem Anzug rettete ihm das Leben. 

Aufgrund von Problemen bei der manuellen Z黱dung der Bremsraketen landete Woschod 2 weit entfernt vom Zielgebiet, und Leonow und Beljajew mussten zwei Tage in und neben dem Raumschiff warten, bis die Bergungsmannschaften zu ihnen durchgedrungen waren.

woschod

Gemini wurde aus der Not geboren, wobei es der NASA m鰃lich war, hieraus eine Tugend zu machen. Das  US-amerikanische Gemini-Programm war weitaus mehr als die Fortf黨rung der Mercury-Fl黦e auf h鰄erem Niveau. Gemini stellte ein eigenst鋘diges, qualitativ hochwertiges und ehrgeizig geplantes Raumfahrtprogramm dar. Dabei konnte man sich einerseits auf die mit Mercury gewonnenen Erfahrungen auf diesem Gebiet st黷zen, bekam aber gleichzeitig die Chance, neue Technologien - auch im Hinblick auf die bereits angek黱digte Mondlandung zu erproben.

Nach Einstellung der Mercury-Fl黦e w黵de, das war relativ fr黨 klar, eine zeitliche L點ke von drei oder gar vier Jahren bis zum Beginn der Apollo-Missionen klaffen – wertvolle Jahre, die man dringend ben鰐igte, um die erforderlichen Technologien, z. B. Kopplungsmechanismen, Lebenserhaltungssystem, EVA-Anz黦e etc., zu erproben. Aus diesem Grund war urspr黱glich geplant, das bestehende Mercury- System zu einem zwei Mann fassenden Raumschiff, genannt Mercury Mark II, zu erweitern. Der Vorteil h鋞te darin gelegen, durch R點kgriff auf vorhandene Technik Entwicklungskosten zu sparen und die Zeit bis zum Beginn des bemannten Apollo-Flugprogramms sinnvoll 黚erbr點ken zu k鰊nen. Die wesentlichen Ver鋘derungen h鋞ten im Einbau eines zweiten Sitzes, der Montage einer leistungsf鋒igen Man鰒riereinheit und dem Einsatz einer bereits existierenden Oberstufe als Docking- Attrappe bestanden. Zur Vereinfachung der Handhabung plante man au遝rdem an einer modularisierten Inneneinrichtung, die einen Austausch oder das Hinzuf黦en von Komponenten vereinfacht und Mercury Mark II zu einer leistungsf鋒igen Plattform f黵 bemannte Raumfl黦e gemacht h鋞te.   

Allerdings f黨rte die Entwicklung die "neue" Kapsel immer weiter weg vom Original. Zudem h鋞ten sich Platzprobleme innerhalb der Kapsel ergeben, was die Forschungsarbeiten behindert h鋞te. Den Ausschlag gab auch der Mangel einer passenden Tr鋑errakete: Die Masse der Mercury Mark II w鋜e ungleich h鰄er ausgefallen als die der Mercury-Kapsel - kaum machbar f黵 Mercury-Atlas.

Auch w鋜e das neue System "inkompatibel" gewesen: Durch den Einbau von leistungsf鋒igen Man鰒riertriebwerken h鋞te sich der Basisdurchmesser der Kapseln vergr鲞ert, sodass Mercury Mark II nicht mehr auf das bisherige Tr鋑ersystem gepasst h鋞te. Die Folge war die Trennung von Mercury Mark II von Mercury und es entstand "Gemini" als separates Projekt.

Wie die Mercury-Redstone- und Mercury-Atlas-Raketen vor ihnen wurden auch die Gemini-Titan- Raketen von der NASA 黚er die United States Air Force geordert und waren eigentlich Raketen, die f黵 milit鋜ische Eins鋞ze gedacht waren. Die Air Force war f黵 den Startkomplex 19 auf der Cape Canaveral Air Force Station verantwortlich und bereitete alle Gemini-Starts vor und f黨rte sie aus. Daher trugen die erste und zweite Stufe auch Seriennummern der US-Air Force.

Die Bezeichnung "Gemini" wurde 黚rigens von dem gleichnamigen Sternbild 黚ernommen. Gemini stand f黵 die Zwillinge im Tierkreis und passte somit zu den Zweimann-Besatzungen dieses Programms.

Gemini-Programm 02

 Die Astronauten

Zur Unterst黷zung der bereits ausgebildeten Mercury-Astronauten entschloss sich die NASA am 18. April 1962, f黱f bis zehn neue Astronauten zu rekrutieren, worauf 253 Bewerbungen eingingen.

Am 17. September 1962 wurde die Gruppe 2, bestehend aus neun Astronauten, der 謋fentlichkeit vorgestellt. Dies waren Neil Armstrong, Frank Borman, Charles Conrad, James Lovell, James McDivitt, Elliott See, Thomas Stafford, Edward White und John Young.

Die Auswahl der dritten Astronautengruppe begann am 5. Juni 1963 mit einer weiteren Ausschreibung. Die NASA stellte die 14 erfolgreichen Bewerber am 18. Oktober 1963 vor: Edwin Aldrin, William Anders, Charles Bassett, Alan Bean, Eugene Cernan, Roger Chaffee, Michael Collins, Walter Cunningham, Donn Eisele, Theodore Freeman, Richard Gordon, Russell L. Schweickart, David Scott und Clifton Williams.

Damit stieg die Zahl der aktiven Astronauten f黵 die Projekte Gemini und Apollo auf 27, da die Mercury-Astronauten Glenn, Carpenter und Slayton aus verschiedenen Gr黱den f黵 das Gemini- Programm nicht zur Verf黦ung standen.

Theodore Freeman starb am 31. Oktober 1964 bei einem Flugzeugungl點k. Elliot See und Charles Bassett, die als Besatzung f黵 Gemini 9 vorgesehen waren, kamen am 28. Februar 1966 ebenfalls bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Virgil Grissom, Edward White und Roger Chaffee starben am 27. Januar 1967 bei der Apollo-1-Katastrophe, Clifton Williams verungl點kte am 5. Oktober 1967.

Gemini-Programm 03

Gemini-Raumschiff

Die Landekapsel des Gemini-Raumschiffs war 5,5 Meter lang und hatte einen Durchmesser von drei Metern. Die Luken konnten w鋒rend des Aufenthalts im Weltraum ge鰂fnet und geschlossen werden, sodass Aktivit鋞en au遝rhalb des Raumschiffs m鰃lich waren. Ein spezielles Kopplungsmodul war f黵 die Andockman鰒er vorgesehen. Die Masse der Landekapsel betrug 3.810 kg. Sie war der erste Einsatz einer Polymerelektrolytbrennstoffzelle.

2009 DPMV Konv. 448

Mit Gemini zum Mond?

Offenbar gab es innerhalb der NASA sogar Planungen, Gemini 黚er das veranschlagte Flugpensum hinaus weiter einzusetzen und zu entwickeln. Mit der vorhandenen Gemini-Hardware und den zu jenem Zeitpunkt bereits gut erprobten Titan 3E- (um erneut milit鋜ischen Interessen gerecht zu werden) bzw. Saturn IVB-Tr鋑ern w鋜e es n鋗lich bereits 1966 m鰃lich gewesen, den Mond bemannt zu umrunden. Laut NASA w鋜e es durch entsprechende Erweiterungen von Gemini zudem denkbar gewesen, bereits 1968 zum Mond zu fliegen und zu landen. Freilich mit gegen黚er Apollo reduzierter Leistungsf鋒igkeit - aber zur Erinnerung: Gemini verschlang nur rund 5% der Kosten von Apollo und erforderte nicht die Entwicklung eines gigantischen Tr鋑ers wie der Saturn V.   

Allerdings war es nicht nur die NASA als zivile Beh鰎de, welche die Grundidee von Gemini hochhielt. Im Rahmen des MOL-Projekts (Manned Oribiting Laboratory), einer geplanten milit鋜ischen Raumstation zu Beginn der Siebzigerjahre, sollte Gemini als Zubringer eingesetzt werden. 躡erhaupt wurde Gemini durch seine gro遖rtige Konzeption und praktische Umsetzung zur Basis vieler Projekte. Nach den Apollo-Fl黦en fehlte leider das Geld, und mit der Entwicklung des Shuttles entsagte man dem bew鋒rten "Blechb點hsen"-Prinzip. Gemini kam nach dem Absolvieren des 12teiligen Flugprogramms nicht mehr zum Einsatz.

Mit der Landung von Gemini 12 am 15. November 1966 und der offiziellen Schlie遳ng des Gemini-B黵os am 1. Februar 1967 endete das Gemini-Programm.

2009 DPMV Konv. 019

Titan (Rakete)

Die Titan-Rakete ist eine Rakete von Martin Marietta Corporation, die urspr黱glich als milit鋜ische Interkontinentalrakete gebaut wurde, jedoch sp鋞er ihre Hauptanwendung als Tr鋑errakete in der Raumfahrt fand. Sie war von den USA eigentlich als Ersatz f黵 die Atlas-Interkontinentalrakete konzipiert. Durch vielf鋖tige Modifikationen entstand eine ganze Familie von Interkontinental- und Tr鋑erraketen.

Titan II geh鰎ten von 1963 bis 1987 zum Arsenal der landgest黷zten strategischen Interkontinentalraketen der USA. Dieses schwerste jemals verwendete amerikanische ICBM-System, vorgesehen zur Zerst鰎ung der am st鋜ksten verbunkerten sowjetischen Einrichtungen, trug einen Mk-6/W53-Sprengkopf (9 MT). In den 1970-er Jahren waren 54 Raketen (1984 noch 37) auf drei SAC-Basen in Arizona, Kansas und Arkansas stationiert.

Neben dem Milit鋜 interessierte sich schon fr黨zeitig die NASA f黵 die Rakete. Sie w鋒lte im November 1963 (noch w鋒rend ihrer Entwicklung) die Titan II als Tr鋑er der zweisitzigen Gemini- Raumschiffe, da kein anderer Tr鋑er zu diesem Zeitpunkt eine solche Nutzlast (3,6 t) tragen konnte. Sie diente in abgewandelter Form auch als Tr鋑er f黵 verschiedene unbemannte milit鋜ische Satelliten. Die letzte Titan II (Variante Titan 23G) startete 2003 einen milit鋜ischen Wettersatelliten.

TITAN II

Durch den Start von Sputnik 1 im Jahre 1957, die erste unbemannte harte Mondlandung 1959 durch Lunik-2 und den ersten bemannten Raumflug von Juri Gagarin 1961 war die Sowjetunion zu Beginn des Raumfahrtzeitalters zur f黨renden Raumfahrtnation aufgestiegen.  Die US-Amerikaner suchten nach einem Gebiet der Raumfahrt, auf dem sie die Sowjetunion schlagen k鰊nten. Die bemannte Mondlandung wurde daf黵 als geeignet angesehen.

Am 25. Mai 1961, nur eineinhalb Monate nach dem Start von Juri Gagarin, hielt Pr鋝ident John F. Kennedy vor dem amerikanischen Kongress seine ber黨mte Rede, in der er das Ziel vorgab, noch im gleichen Jahrzehnt einen Menschen zum Mond und wieder zur點kbringen zu lassen. Mit den folgenden Worten fiel der Startschuss f黵 das Apollo-Programm. 

処ch glaube, dass dieses Land sich dem Ziel widmen sollte, noch vor Ende dieses Jahrzehnts einen Menschen auf dem Mond landen zu lassen, und ihn wieder sicher zur Erde zur點kzubringen. Kein einziges Weltraumprojekt wird in dieser Zeitspanne die Menschheit mehr beeindrucken, oder wichtiger f黵 die Erforschung des entfernteren Weltraums sein; und keines wird so schwierig oder kostspielig zu erreichen sein.    

Die bemannte Mondlandung.

Im Rahmen des US-amerikanischen Apollo-Programms der NASA sollte ein Mensch auf dem Mond landen und unversehrt wieder auf die Erde zur點kgebracht werden. Die bemannte Mondlandung wurde sowohl von den USA als auch der UdSSR angestrebt, allerdings nur von den USA erreicht. Diese gelang erstmals am 20. Juli 1969. Die Mondlandung bildete den H鰄epunkt des Wettlaufs ins All.

Der Name Apollo

Im Juli 1960, noch bevor das Mercury-Programm erste Erfolge aufzuweisen hatte, fand in Washington eine Konferenz statt, auf der die NASA und verschiedene Industriebetriebe einen Langzeitplan f黵 die Weltraumfahrt erarbeiteten. Geplant war eine bemannte Mondumrundung – von einer Landung war zu diesem Zeitpunkt noch nicht die Rede. Abe Silverstein, der Leiter der Raumfahrt-Entwicklung bei der NASA, schlug f黵 dieses Projekt den Namen Apollo vor. Apollo war ein Gott der griechischen Mythologie, der als treffsicherer Bogensch黷ze galt.

Transport Saturn V

Die Planung

Der eigentliche NASA-Plan sah sieben Missionen bis zur ersten bemannten Mondlandung vor.

Diese waren die Missionen A bis G.

Mission A: Unbemannter Test der Saturn V und des Apollo-Raumscgiffs in einer Erdumlaufbahn.

Zweimal durchgef黨rt mit Apollo 4 und Apollo 6.

Mission B: Unbemannter Test der Landef鋒re (LM) durchgef黨rt mit Apollo 5.

Mission C: Bemannter Test des Apollo-Raumschiffs im Erdorbit durchgef黨rt mit Apollo 7.

Mission D: Test der Kombination aus Kommandomodul und Landef鋒re in einem erdnahen Orbit

(urspr黱glich als Apollo 8 vorgesehen), als Apollo 9 neu nummeriert, weil ein Mondflug (Mission C) als Apollo 8 eingeschoben wurde.

Die mit Apollo 8 durchgef黨rte erste Mondumkreisung, Weihnachten 1968, war von der NASA eigentlich nicht vorgesehen und mit der Bezeichnung Mission C` zwischen die Missionen C und D eingeschoben. 

Mission E: Test der Kombination aus Kommandomodul und Landef鋒re in einem erdfernen Orbit.

(Mission wurde gestrichen, Mannschaft 黚ernahm die Mission C)

Mission F: Test der Kombination aus Kommandomodul und Landef鋒re in einem Mondorbit  

(durchgef黨rt mit Apollo 10).

Mission G: Erste Landung auf dem Mond (durchgef黨rt mit Apollo 11).

Zus鋞zlich wurden die Mission H, I und J geplant:

Mission H: Landung auf dem Mond mit erweiterten wissenschaftlichen Experimenten (durchgef黨rt

mit Apollo 12 und 14). Apollo 13 nicht erfolgreich nach Sauerstoffverlust mit Notflug und gl點klicher R點kkehr.

Mission I: Bemannte Fl黦e in der Mondumlaufbahn zu Forschungszwecken (keine Mondlandung).

Mission J: Landung auf dem Mond mit erweiterten wissenschaftlichen Experimenten und dem

Mondrover (durchgef黨rt mit Apollo 15, 16 und 17).

2009 Ausst. Overbergschule 035 B
Liftoff Apollo 11

Der Stoff, aus dem die Helden sind.

Die Apollo-11-Mission der amerikanischen Raumfahrtbeh鰎de NASA war die erste bemannte Mission mit dem Ziel der weichen Landung auf dem Erdmond. Deren erfolgreiche Durchf黨rung wurde weltweit von rund 500 Millionen Menschen am Fernsehen verfolgt.

Sie erf黮lte die Ank黱digung von US-Pr鋝ident John F. Kennedy aus dem Jahre 1961, noch vor dem Ende des Jahrzehnts einen Menschen zum Mond und wieder sicher zur點k zur Erde zu bringen.

Am 9. Januar 1969, kurz nach dem sensationellen Flug von Apollo 8, gab die NASA die Besatzung f黵 die Mission Apollo 11 bekannt. Wenn keine Probleme auftr鋞en, w黵de dies die Mannschaft sein, die die erste bemannte Mondlandung versuchte (Missionsprofil G des Apollo-Programms). 

Wie erwartet, wurde die Ersatzmannschaft von Apollo 8 die Hauptmannschaft von Apollo 11. Das Kommando 黚ernahm Neil Armstrong, der bereits beim vorzeitig abgebrochenen Flug von Gemini 8 im All war. Pilot der Kommandokapsel sollte Michael Collins werden, der bei Gemini 10 einen Weltraumspaziergang unternommen hatte. Ebenfalls Erfahrung beim Verlassen eines Raumschiffs hatte Edwin Aldrin, der nach Gemini 12 nun die Funktion des Piloten der Mondlandef鋒re 黚ernehmen w黵de.

Apollo 01

Der Flug

Apollo 11 startete am 16. Juli 1969 um 13:32:00 Koordinierter Weltzeit (UTC) von Cape Canaveral, Florida. (Die koordinierte Weltzeit (UTC, Universal Time Coordinated) ist die aktuelle Weltzeit. Sie ist eine Kombination aus der internationalen Atomzeit TAI und der Universalzeit UT. Die Zeitzonen werden als positive oder negative Abweichung von UTC angegeben (beispielsweise entspricht UTC+1 der mitteleurop鋓schen Zeit (MEZ) und UTC+2 der mitteleurop鋓schen Sommerzeit (MESZ), die beide f黵 Deutschland gelten). Nach zw鰈f Minuten wurde planm溥ig die Erdumlaufbahn erreicht. Nach anderthalb Erdumkreisungen wurde die dritte Raketenstufe erneut gez黱det. Sie brannte etwa sechs Minuten lang und brachte das Apollo-Raumschiff auf Mondkurs.

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Der gesamte Hinflug verlief ohne besondere Vorkommnisse. Heikel war jedoch der Anflug der Mondlandef鋒re mit Aldrin und Armstrong auf das Zielgebiet im Mare Tranquillitatis. Durch geringe unbeabsichtigte Bahn鋘derungen beim Abkoppeln zielte der Bordcomputer auf eine Stelle etwa 4,5 Kilometer hinter dem geplanten Landegebiet. W鋒rend des Anfluges wurde die Aufmerksamkeit der Besatzung au遝rdem mehrfach durch Alarmmeldungen des Navigationscomputers in Anspruch genommen, sodass Armstrong nicht in dem Ma遝 auf charakteristische Merkmale der Mondlandschaft achten konnte, wie es vom Flugplan vorgesehen war. Die Fehlermeldungen 1201 und 1202, die immer im Wechsel aufliefen, wurden durch das Rendezvous-Radar verursacht. Es war versehentlich eingeschaltet und 黚erfrachtete den Computer mit unn鰐igen Daten, da das Radar eigentlich nur beim R點kflug zur Ann鋒erung an das Apollo-Raumschiff benutzt wurde.

Apollo 02

Auf dem Mond

Beim Endanflug f黨rte der Autopilot die F鋒re in einen Krater, dessen Boden mit gro遝n Felsen bedeckt war. Armstrong 黚ernahm daraufhin die Handsteuerung der Eagle, 黚erflog den Krater und landete auf einer ebenen Stelle 60 m weiter westlich.   

Das Kontaktlicht signalisierte den unmittelbar bevorstehenden Bodenkontakt (bei circa 75 cm H鰄e) am 20. Juli um 20:17:39 UTC. Der Mondlandepilot Aldrin meldete dies (凜ontact light“) um 20:17:40 UTC. Unmittelbar darauf erfolgte der finale Kontakt aller vier Landefe mit dem Mondboden.

Am 20. Juli 1969 um 20:17:58 Uhr UTC vermeldete Armstrong: 凥ouston, Tranquility Base here. The Eagle has landed!“ (凥ouston, hier ist der St黷zpunkt 'Meer der Ruhe'. Der Adler ist gelandet!“).

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Das prim鋜e Ziel war erreicht.

Am 21. Juli 1969 um 02:56:20 UTC (in den USA war es noch der 20. Juli) betrat Neil Armstrong als erster Mensch mit den Worten: 凾hat's one small step for (a) man, one giant leap for mankind!“ (凞as ist ein kleiner Schritt f黵 einen Menschen, aber ein gro遝r Sprung f黵 die Menschheit!“) den Mond.

20 Minuten sp鋞er verlie auch Buzz Aldrin die Mondf鋒re.

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Zur Messung der Zusammensetzung des Sonnenwindes auf dem Mond wurde eine Aluminiumfolie (SWC) aufgeh鋘gt, die kurz vor Ende des Ausfluges wieder mitgenommen wurde. Nachdem die US-Flagge gehisst worden war, errichteten die beiden Astronauten einige kleine Forschungsger鋞e des EASEP (Early Apollo Scientific Experiment Package), dem Vorl鋟fer des ALSEP, auf dem Mond. So sollten mittels eines Seismometers (PSE) Daten 黚er die seismischen Aktivit鋞en des Mondes erfasst werden. Das Ger鋞 黚erstand die erste Mondnacht jedoch nicht. Ein Laserreflektor (LRRR) auf der Oberfl鋍he erm鰃lichte es, pr鋤ise die Entfernung zwischen Mond und Erde zu messen. Au遝rdem wurden Bodenproben entnommen und 21,6 kg Gestein gesammelt. Der erste Spaziergang auf dem Mond endete nach 2:31h.

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Apollo 03

R點kflug

Der Start der Landef鋒re gelang problemlos, die F鋒re schwenkte in eine Mondumlaufbahn ein und koppelte wieder an der Kommandokapsel an. Am 24. Juli 1969 um 16:50 UTC wasserte die Kapsel im Pazifik und wurde vom Bergungsschiff USS Hornet an Bord genommen.

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Aus Furcht vor unbekannten Mikroorganismen mussten die drei Astronauten beim Verlassen der Apollo-Landekapsel Isolationsanz黦e tragen und sich in eine 17-t鋑ige Quarant鋘e begeben, bis alle Bedenken ausger鋟mt waren.

Das CM Columbia von Apollo 11 ist nun im National Air and Space Museum in Washington (D.C.) ausgestellt.

Apollo 04

Saturn V (Rakete)

Die Familie der Saturn-Raketen geh鰎t zu den leistungsst鋜ksten Tr鋑ersystemen der Raumfahrt, die jemals gebaut wurden. Sie wurden haupts鋍hlich von deutschen Wissenschaftlern und Technikern unter Leitung Wernher von Brauns f黵 die amerikanische Raumfahrtbeh鰎de NASA im Rahmen des Apollo-Programms entwickelt. Im zweiten Halbjahr 1959 wurden verschiedene M鰃lichkeiten untersucht, wie eine neue, sehr starke Rakete zusammengesetzt sein k鰊nte. Der Name Saturn stand daf黵 bereits fest.

Es gab drei prinzipielle M鰃lichkeiten, die mehr oder weniger auf existierenden Raketen basierten: Saturn A, Saturn B und Saturn C und deren acht Untertypen. 1962 wurde entschieden, dass eine st鋜kere Version der C-1 ben鰐igt werden w黵de, die C-1B. 1963 wurde das C aus den Bezeichnungen gestrichen, und die drei Raketen in Saturn I, Saturn IB und Saturn V umbenannt.

Das bekannteste und gr鲞te Mitglied der Familie ist die Saturn V. Die Saturn V ist eine Mehrstufenrakete, die speziell f黵 die Apollo-Missionen mit dem Ziel Mond entworfen wurde. Sie besteht aus 3 Raketenstufen, die das Apollo-Raumschiff in Richtung Mond bringen sollen. Mit ihrer H鰄e von 黚er 110 Metern ist sie bis heute die gr鲞te Rakete der Welt. Sie besitzt ein Startgewicht von 2900 t, davon sind 2550 t ausschlie遧ich Treibstoff. Um dieses Unget黰 vom Boden abheben zu lassen, m黶sen die f黱f Triebwerke der ersten Stufe 黚er 3400 t (33 354 000 N entspricht 160 Mio. PS) Schubleistung erbringen (Die Maximalleistung der Triebwerke betr鋑t 4100 t). Das Verh鋖tnis Nutzlast - Treibstoffmenge betr鋑t 1:50. Die Saturn V kann eine Nutzlast von 120 Tonnen in den Erdorbit oder 45 Tonnen bis zum Mond bringen. Zum Vergleich: Ebenso k鰊nten 85 Mercury- Kapseln in die Umlaufbahn gebracht werden. 

Der erfolgreiche Jungfernflug fand am 9. November 1967 mit Apollo 4 statt.

Nach zwei unbemannten Testfl黦en wurde die Rakete f黵 einsatzbereit erkl鋜t und startete danach, bis auf den letzten Flug mit der Raumstation Skylab, immer bemannt. Nur bei Apollo 9 und dem Start von Skylab steuerte sie eine erdnahe Umlaufbahn an.

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Rettungsturm (LES)

Der Rettungsturm bringt die Apollo-Kapsel in Notf鋖len w鋒rend der kritischen Startphase in sichere Entfernung.

Apollo-Raumschiff bestehend aus Kommandomodul (CM) und Servicemodul (SM).

Mondlandef鋒re (-LM- f黵 Lunar Module)

Die dritte Stufe war eine leicht modifizierte S-4B-Stufe, die unmodifiziert auch schon als zweite Stufe der Saturn IB verwendet wurde. Die Modifikationen beschr鋘kten sich auf eine in den Tanks angebrachte Isolation, damit der Treibstoff mehrere Stunden fl黶sig blieb, damit die Stufe auch nach mehreren Erduml鋟fen wiederz黱dbar war, wie das f黵 Mondfl黦e n鰐ig war.

Stufenadapter (Separationsringen) Adapter zwischen 2. u. 3. Stufe mit Instrumenteneinheit IU.

Die zweite Stufe (S-II) war ebenfalls eine Neukonstruktion mit 10 m Durchmesser. Sie verwendete die Treibstoffkombination Wasserstoff/Sauerstoff und hatte einen Tank, der durch einen isolierten Zwischenboden in zwei R鋟me f黵 die beiden Treibstoffkomponenten getrennt wurde. Die Stufe verwendete f黱f J-2-Triebwerke, die genauso angebracht waren wie die Triebwerke der Erststufe.

Stufenadapter (Separationsringen) Adapter zwischen 1. u. 2. Stufe mit Instrumenteneinheit IU.

 

Die erste Stufe der Saturn V, die S-1C, war eine komplette Neukonstruktion, die Stufe war riesig und hatte bei einer L鋘ge von 42 m einen Durchmesser von 10 m. In der Stufe befanden sich zwei separate Tanks (Kerosin u. fl黶sigen Sauerstoff). Die Stufe verwendete f黱f der neuen ebenfalls riesigen F-1-Triebwerke. Die Triebwerke waren in ihrem Schubger黶t so angeordnet wie die f黱f Punkte auf einem W黵fel, wobei die vier 鋟遝ren Triebwerke zur Steuerung schwenkbar waren. Um die Beschleunigung der Rakete nicht zu stark ansteigen zu lassen, wurde w鋒rend des Fluges das mittlere F-1-Triebwerk vorzeitig abgeschaltet.

Apollo-Raumschiff und Mondlandef鋒re

Das Apollo-Raumschiff wurde im Rahmen des Apollo- Programms von North American Aviation entwickelt.

Es besteht aus zwei Komponenten: dem Kommandomodul (CM) und dem Servicemodul (SM). Die Kombination (CSM) wurde erst kurz vor dem Wiedereintritt in die Erdatmosph鋜e getrennt. Nur das CM mit den drei Astronauten ist f黵 eine Wasserung im Meer ausger黶tet.

Das Kommandomodul (CM)
Das Servicemodul (SM)

 Kommandomodul

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 Servicemodul

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Die Mondlandef鋒re (-LM- f黵 Lunar Module)

Das LM war das gr鲞te bemannte Raumfahrzeug, das bis dahin je entwickelt und gebaut wurde. Im Inneren der Landef鋒re musste f黵 zwei Astronauten Platz genug vorhanden sein, um das LM evtl. auch manuell zu fliegen und zu landen (dies sollte im Stehen passieren). Die Insassen mussten sich die Raumanz黦e an- und auch wieder ausziehen und aus dem Fahrzeug zur Oberfl鋍he aussteigen k鰊nen.

Da das LM alleine zum Mond abstieg, musste es auch ein eigenst鋘diges Lebenserhaltungssystem und eine unabh鋘gig arbeitende Elektrik, inklusive Navigation, haben.

Ein spezielles Problem stellten die Landebeine dar. Sie sollten so grazil und leicht wie m鰃lich, aber auch so stabil wie n鰐ig f黵 eine Landung auf dem Mond sein und die entstehenden St鲞e d鋗pfen k鰊nen. Au遝rdem mussten sie einklappbar sein, da der Durchmesser der Raketenstufe schon relativ fr黨 festgelegt wurde.

W鋒rend des Starts und des Einschusses in die Mondbahn verweilte die Landef鋒re in einem kegelf鰎migen Adapter oberhalb der dritten Stufe der Saturn V. Danach wurde das Apollo- Raumschiff von der Saturn V getrennt, drehte um 180 Grad, dockte wieder an das LM an, und zog es von der leeren Stufe weg. Die Gesamtkombination flog dann zum Mond.

Die Mondlandef鋒re (LEM)

Die Abstiegsstufe war der untere Teil und enthielt neben dem Triebwerk die Tanks f黵 Treibstoff, Sauerstoff, Wasser und Helium. Au遝n an der Struktur befanden sich die vier Landebeine und die Ausr黶tung f黵 die Au遝nmissionen. Ein nicht unbetr鋍htlicher Teil der Gesamtmasse der Stufe entfiel schlie遧ich auf die Batterien f黵 die Versorgung des Bordnetzes von 28 V. Die Landebeine gaben dem Vehikel ein spinnenartiges Aussehen, was ihm bei den Astronauten auch den Spitznamen 凷pider“ eintrug. Die Stufe war inklusive der Landebeine 3,24 m hoch. An dem Bein, das sich unter der Ausstiegsluke befand, war eine Leiter angebracht. Nach Abschluss der Mission diente die Abstiegsstufe als Startbasis f黵 die Aufstiegsstufe. Ein Sprengmechanismus trennte die beiden Stufen voneinander, wobei die Abstiegsstufe auf dem Mond zur點kblieb.

Abstiegsstufe

Die Aufstiegsstufe enthielt die Kabine f黵 zwei Astronauten, die sich im vorderen Teil aufhielten

Aufstiegsstufe

(links der Kommandant, rechts der Pilot, aus der Sicht der Astronauten), einen mittleren Abschnitt mit allen Kontrollen und dem Aufstiegstriebwerk, und einem hinteren Teil, der die Elektronik beherbergte. Die Tanks, Antennen, Lageregelung sowie die 鋟遝re H黮le wurden um den Zylinder herumgebaut, was der Aufstiegsstufe ihr charakteristisches Aussehen gab. Um Gewicht zu sparen, mussten die beiden Astronauten bei der Landung stehen. Sie wurden von Gurten in ihrer Position gehalten. Im vorderen Fu遙ereich, zwischen den Astronauten, befand sich

eine ann鋒ernd quadratische Luke von etwa 82 cm Breite und H鰄e, die nach der Landung zum Ausstieg genutzt wurde. Eine weitere Luke von etwa 84 cm Durchmesser war im oberen Bereich des mittleren Abschnitts angebracht und diente als Verbindung zwischen der Landef鋒re und dem Kommandomodul. Die Aufstiegsstufe verf黦te 黚er drei Fenster, zwei dreieckige nach vorne zur Beobachtung der Landung und ein kleines rechteckiges in der Oberseite zur Kontrolle der Ann鋒erung an das Mutterschiff. Die Lage der Mondlandef鋒re im Raum wurde durch 16 Steuerd黶en, die in vier Gruppen (sogenannten "Quads") angeordnet waren, kontrolliert.

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Mondlandef鋒re

Lunar Roving Vehicle

Das Lunar Roving Vehicle (LRV) war ein elektrisch betriebenes Fahrzeug, das zum Einsatz auf dem Mond konstruiert wurde. Es wurde w鋒rend der letzten drei der sogenannten J-Klasse-Apollo- Missionen (Apollo 15, 16 und 17) mitgef黨rt, um die Beweglichkeit der Astronauten zu erh鰄en. Seine Entwicklung begann 1969, das LRV war 3,1 m lang und hatte einen Radstand von 2,3 m. Es bestand haupts鋍hlich aus Aluminium und wog 210 kg. Auf dem Mond konnten maximal 490 kg zugeladen werden, davon entfielen 353 kg auf die Astronauten und ihre Lebenserhaltungssysteme. Das Chassis war faltbar konstruiert, sodass es bei einem Packma von 0,90 x 1,50 x 1,70 m unter der Mondlandef鋒re transportiert werden konnte. Der Aufbau dauerte ungef鋒r 20 Minuten. Angetrieben wurde das LRV von je einem 0,18-kW-Elektromotor pro Rad, der mit diesem 黚er ein mit 80:1 untersetztes Getriebe verbunden war. Die Lenkung wurde 黚er je einen 0,072-kW-Elektromotor pro Achse geregelt; der Fahrer steuerte das LRV per Joystick.

F黵 die Stromversorgung waren zwei 36-Volt- Silber-Zink-Batterien mit einer Kapazit鋞 von 121 Ah zust鋘dig; damit war eine H鯿hstgeschwindigkeit von 13 km/h und eine Strecke von maximal 92 km m鰃lich. Navigiert wurde mittels eines Gyroskops und eines Kilometerz鋒lers. Der Computer berechnete aus deren Daten die aktuelle Position relativ zum Landemodul. Die Kommunikationsr黶tung sowie zwei Kameras waren an der Front des LRV befestigt.

Apollo 05
Industrie Museum Lohne.  3

Typischer Apollo-Missionsverlauf

Start in Kennedy Space Center

Abtrennung der 1. Stufe in ca. 56 km H鰄e, d. h. in der hohen Stratosph鋜e

(Geschwindigkeit ca. 10.000 km/h – Mach 8).

Unmittelbar anschlie遝nd Z黱dung der 2. Stufe.

Kurz darauf Abtrennung des Triebwerksgeh鋟ses (engine skirt, offiziell interstage genannt) und des Rettungsturms (launch escape tower).

Abtrennung der 2. Stufe in ca. 185 km H鰄e (Geschwindigkeit ca. 24.000 km/h).

Unmittelbar danach Z黱dung der 3. Stufe, Einschwenken in eine nahe Erdumlaufbahn (Geschwindigkeit ca. 28.000 km/h), Abschalten der 3. Stufe.

Nach einigen Erdumrundungen Neuz黱dung der 3. Stufe, (TLI, trans-lunar injection) Ausdehnung des Orbits bis zum Mond.

(Apollo 8 erreichte 10,822 km/s – ca. 39.000 km/h) – auch auf dem Mond befindet man sich immer noch in einem Erdorbit). Als Umlaufbahn oder Orbit wird die Bahnkurve bezeichnet, auf der sich ein Objekt periodisch um ein anderes (massereicheres, zentrales) Objekt bewegt. Diese Bahn hat idealisiert die Form einer Ellipse. Da st鋘dig Kr鋐te von au遝rhalb auf ein solches Zweik鰎persystem wirken, kann die Bahnform jedoch keine mathematisch exakte Ellipse sein.  

Kritisch beim TLI war jedoch die Zeit, die nach dem ersten Brennschluss des J-2-Triebwerks und dessen erneuter Z黱dung verstreichen musste.

Trennung des Apollo-Raumschiffs von der 3. Stufe in mehreren Schritten (TDM, transposition and docking maneuver):

Trennung des Kommando-/Versorgungsmoduls (CSM, command/service module) vom auf der dritten Stufe sitzenden Stufenadapter (SLA, spacecraft lunar module adapter),

Abwurf des Stufenadapters – er hatte bisher die Mondlandef鋒re (LM, lunar module) umschlossen,

180-Drehung des Kommando-/Versorgungsmoduls, sodass es mit seinem Bug an die Landef鋒re ankoppeln kann,

Herausziehen der Landef鋒re aus seiner in der dritten Stufe befindlichen Parkbucht.

Die dritte Stufe, der letzte Teil der Saturn-V-Rakete, hat an diesem Punkt ausgedient.          

Vom Kontrollzentrum aus gesteuert wird sie entsorgt (d. h. in einen Sonnenorbit man鰒riert oder f黵 seismische Untersuchungen auf Kollisionskurs mit dem Mond gebracht).

Flug zum Mond.

Z黱dung des Triebwerks des Versorgungsmoduls zum Einschwenken in den Mondorbit (LOI, lunar orbit insertion).

Umstieg von zwei Astronauten in die Landef鋒re, das Kommando-/Versorgungsmodul verbleibt mit einem Astronauten im Mondorbit.

Abkoppeln der Landef鋒re, Z黱dung des Landetriebwerks.

Abstieg zur Mondoberfl鋍he und Landung.

Mondlandung im engeren Sinne:

Astronauten f黨ren Aktivit鋞en au遝rhalb des Raumschiffs durch EVA oder Extra-vehicular Activity (Sie bezeichnet als Sammelbegriff alle Arbeiten eines Raumfahrers au遝rhalb eines Raumfahrzeuges), d. h. sie erkunden die Mondoberfl鋍he zu Fu oder auf sp鋞eren Missionen mit dem Mondauto.

W鋒renddessen: Kommando-/Versorgungsmodul umkreist den Mond, Kameras und andere Instrumente im Versorgungsmodul untersuchen den Mond, Astronaut f黨rt Beobachtungen durch und pr黤t m鰃liche Landepl鋞ze f黵 sp鋞ere Missionen.

Start von der Mondoberfl鋍he. Die Abstiegsstufe dient als Startrampe und bleibt mit Flagge, Kamera, Auto und diverser anderer Ausr黶tung auf der Oberfl鋍he zur點k. Die Astronauten und die Gesteinsproben fliegen in der Aufstiegsstufe in den Mondorbit.

Rendezvous mit dem Kommando-/Versorgungsmodul, Ankoppeln, Umstieg der Astronauten, Abwurf der Aufstiegsstufe.

Z黱dung des Triebwerkes des Versorgungsmoduls (TEI, trans-earth injection) zum Verlassen des Mondorbits.

R點kflug zur Erde.

EVA oder Extra-vehicular Activity (Sie bezeichnet als Sammelbegriff alle Arbeiten eines Raumfahrers au遝rhalb eines Raumfahrzeuges), um die Filme aus den Kameras im Versorgungsmodul zu bergen.

Abwurf des Versorgungsmoduls, Ausrichten des Kommandomoduls f黵 den Wiedereintritt.

Wiedereintritt in die Erdatmosph鋜e inklusive ca. dreimin黷iger Funkstille (blackout), da die Reibungsw鋜me das Raumschiff einen Strahl aus hei遝r, ionisierter Luft hinter sich herziehen l鋝st, der den Funkverkehr behindert.

Einsatz der Hochgeschwindigkeitsfallschirme (drogue parachutes).

Abwurf der Hochgeschwindigkeitsfallschirme, Einsatz der Pilot- und Hauptfallschirme, die auf Bildern der Landungen als drei rot-wei遝, runde Schirme klar zu erkennen sind.

Wasserung im Landegebiet.

Abwurf der Hauptfallschirme.

Falls das Kommandomodul mit der spitzen Seite nach unten im Wasser liegen sollte (Position 剆table two“).

Einsatz des Aufrichtungssystems (uprighting system), d. h. Aufblasen der an 黚erdimensionale Fu遙鋖le erinnernden Gass鋍ke, die auf Bildern ebenfalls klar zu erkennen sind.

Bergung durch einen Flugzeugtr鋑er (Hubschrauber SH-3D SEA KING).

Bei den ersten Missionen Verbleiben die Astronauten und Gesteinsproben aus Sicherheitsgr黱den f黵 mehrere Wochen in Quarant鋘e.

 Letzter Flug eines Apollo-Raumschiffes

2009 DPMV Konv. 046

Das Apollo-Sojus-Test-Projekt (ASTP) (f鋖schlich Apollo 18) war die erste US-amerikanisch- sowjetische Kooperation in der Weltraumfahrt. Ein Apollo- und ein Sojus-Raumschiff koppelten am 17. Juli 1975 in der Erdumlaufbahn aneinander an, sodass die Raumfahrer von einem Raumschiff ins andere umsteigen konnten. Die Mission stellte eine Z鋝ur in die bis dahin streng getrennten und im Wettbewerb stehenden Weltraumprogramme der Superm鋍hte dar. Die Raketentechnik war eine ma遟ebliche Basis des Wettr黶tens geworden, und so war die friedliche Zusammenarbeit im Weltraum ein politischer Publizit鋞serfolg und ein pazifistisches Signal.

Da die amerikanischen und die sowjetischen Raumschiffe unterschiedliche Atmosph鋜en an Bord hatten (Luftdruck und Atemgemisch), konnten Apollo und Sojus nicht direkt koppeln. Stattdessen f黨rte das Apollo-Raumschiff einen Dockingadapter mit, der als Koppelmodul und Luftschleuse diente. W鋒rend des Starts war der Dockingadapter in der Oberstufe der Saturn-IB-Rakete verstaut. In der Erdumlaufbahn zog die Apollo dann den Adapter aus der Verkleidung, genau wie die Mondf鋒re bei den fr黨eren Apollo-Missionen herausgezogen worden war. Der Dockingadapter befand sich damit an der Spitze der Apollo-Kommandokapsel.

Als Atmosph鋜e an Bord der Apollo wurde reiner Sauerstoff mit einem Druck von 34% der Erdatmosph鋜e verwendet. An Bord der Sojus wurde dagegen normale Luft (Stickstoff-Sauerstoff- Gemisch) unter normalen Druck geatmet. Der 黚liche Druck von 100% der Erdatmosph鋜e wurde f黵 diese Mission auf 68% reduziert, damit sich beim Umsteigen von einem Raumschiff in das andere die Atmung leichter anpassen konnte.

Es war der letzte Flug eines Apollo-Raumschiffes und der Tr鋑errakete Saturn IB. Gleichzeitig war es auch das letzte US-amerikanische Raumschiff, das an einem Fallschirm wasserte. Damit schloss aus

US-amerikanischer Sicht das ASTP die 膔a der bemannten Raumfahrt mit Verlustraketen ab. Es folgte eine Periode von sechs Jahren, in denen es keine bemannten amerikanischen Raumfl黦e gab, bis 1981 das Space Shuttle seinen Betrieb aufnahm.

Das ASTP blieb eine einmalige Aktion der beiden Weltraumm鋍hte USA und UdSSR, zwanzig Jahre sp鋞er lief das Shuttle-Mir-Programm an, jedoch war die UdSSR bereits zusammengebrochen.

Apollo-Soyuz-Test-Program

Der oder das Space Shuttle ist ein von der US-Raumfahrtbeh鰎de NASA entwickelter Raumf鋒rentyp. Dieser ist nur ein Bestandteil der offiziell als Space Transportation System (STS) bezeichneten Kombination aus Raumf鋒re (Space Shuttle), externem Tank und den beiden Boosterraketen.    

Der Shuttle ging aus dem Versuch hervor, ein wiederverwendbares Raumfahrzeug zu entwickeln. Dies sollte zu einer Kostenersparnis gegen黚er den bis dahin 黚lichen Raketen f黨ren, bei denen alle Raketenstufen nur einmal verwendet werden konnten. Die erwartete Ersparnis konnte allerdings nicht erreicht werden; ein Shuttlestart kostet heute knapp eine halbe Milliarde Dollar, etwa f黱fmal so viel wie ein Start mit einer unbemannten Einwegrakete gleicher Nutzlastkapazit鋞. Nachdem Amerika den Wettlauf zum Mond gewonnen hatte und das Feld der Raumstationen der Sowjetunion hatte 黚erlassen m黶sen, wandte man sich bei der NASA ab Mitte der 1960er Jahre vermehrt der Idee zu, eine wiederverwendbare Raumf鋒re zu entwickeln. Einige Jahre lang wurden viel Papier und Studien produziert.

Frischen Wind bekam das Projekt, als im Jahr 1971 die US-Luftwaffe ebenfalls Interesse an einem wiederverwendbaren Raumfahrzeug bekundete. In der Folge versuchte man bei der NASA, die zus鋞zlichen Anforderungen der Luftwaffe in den Entwurf zu integrieren. Dabei ging es vor allem um eine vergr鲞erte Nutzlastbucht, um gro遝 Spionagesatelliten transportieren zu k鰊nen.

Das dreiteilige Konzept des Shuttles mit der Aufteilung in Orbiter, Au遝ntank und Booster wurde von der NASA offiziell am 15. M鋜z 1972 festgelegt. Als Space Shuttle wird oft auch das Gesamtsystem aus Raumf鋒re (Orbiter), Au遝ntank (External Tank) und Feststoffraketen (Solid Rocket Booster) bezeichnet. Am 9. August des selben Jahres erhielt North American Rockwell (heute Boeing) den Auftrag, den Orbiter zu bauen. 1978, in dem Jahr, in dem eigentlich der Erstflug des Shuttles h鋞te stattfinden sollen, stand das Programm kurz vor dem Aus (Entwicklungskosten). Wieder war es die

US-Luftwaffe, die Druck auf den Kongress aus黚te, um mehr Gelder f黵 das Shuttle-Programm zu bewilligen. Man hatte mit dem Shuttle gerechnet und mehrere schwere Spionagesatelliten entwickelt, die nur mit der Raumf鋒re in den Orbit gebracht werden konnten. Diese Intervention verhinderte ein vorzeitiges Ende des Space-Shuttle-Programms.

Space Shuttle 01

Die erste flugf鋒ige Raumf鋒re, die Enterprise, wurde im September 1975 fertiggestellt. Der erste Freiflug fand am 12. August 1977 statt. Dabei wurde die Enterprise mit einer modifizierten Boeing 747 – dem Shuttle Carrier Aircraft – in die Luft gebracht und dort ausgeklinkt. Anschlie遝nd glitt die Raumf鋒re, genau wie nach einem Raumflug, antriebslos zur Landebahn. Erste Testl鋟fe fanden ab 17. Oktober 1975 statt. W鋒rend der Tests kam es immer wieder zu R點kschl鋑en. Eine besonders heftige Explosion zerst鰎te sogar einen ganzen Teststand. Die Probleme konnten erst im Jahre 1979 nach 黚er 700 Testl鋟fen vollst鋘dig gel鰏t werden.

2009 DPMV Konv. 047

Die Columbia, der erste raumflugf鋒ige Orbiter, wurde im M鋜z 1979 an die NASA ausgeliefert. Nach mehreren Startverschiebungen fand am 12. April 1981 der Start des ersten wiederverwendbaren Raumfahrzeuges der Welt statt.

Ziel des ersten Fluges war es lediglich, die Columbia sicher in die Umlaufbahn und wieder zur點kzubringen. Der Flug dauerte insgesamt etwas 黚er zwei Tage und endete mit einer Landung auf der Edwards Air Force Base in Kalifornien. Der Erstflug gilt bis heute als eine technische Meisterleistung, denn es war das erste Mal in der Geschichte der Raumfahrt, dass ein Tr鋑ersystem bei seinem Jungfernflug bemannt war. Die folgenden drei Fl黦e (STS-2 bis STS-4), die alle mit der Raumf鋒re Columbia durchgef黨rt wurden, dienten der Erprobung aller Systeme des Shuttles. Danach wurde das System als einsatzf鋒ig erkl鋜t.

Space Shuttle 03

Durch seine Bauart als Raumf鋒re bedingt ist der Space Shuttle extrem flexibel einsetzbar. Er ist derzeit das einzige Tr鋑ersystem, das in der Lage ist, eine nennenswerte Nutzlast vom Weltraum zur Erde zu bringen. Darin liegt auch der Grund, warum das Space-Shuttle-Programm trotz massiven Kosten黚erschreitungen immer noch unterhalten wird. Im Verlauf des Shuttleprogramms haben sich die Aufgaben des Systems recht stark gewandelt. Im Folgenden wird eine 躡ersicht 黚er die wichtigsten Aufgaben des Shuttles gegeben.

  • Zu Beginn des Shuttle-Programms lag die Hauptaufgabe des Shuttles darin, Satelliten ins All zu bringen.
  • Daneben hatte der Shuttle die einzigartige F鋒igkeit, auch Satelliten vom All zur Erde bringen zu k鰊nen. Dies geschah erstmalig auf der Mission STS-51-A.         
  • Zudem konnte man mit dem Shuttle auch Satelliten reparieren, dies wurde zum Beispiel w鋒rend der Mission STS-49 durchgef黨rt.
  • Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet des Shuttles ist die Wissenschaft in der Schwerelosigkeit. Die Raumf鋒re bietet eine sehr flexible Plattform f黵 Experimente aller Art. Zun鋍hst ist das Spacelab zu nennen, ein Labor, das in der Nutzlastbucht mitgef黨rt werden kann.
  • Nachfolger des Spacelab war das Spacehab. Dieses kann aber vielseitiger eingesetzt werden als das Spacelab – so kann man damit beispielsweise auch Fracht zur ISS bringen.

Seit dem Challenger-Ungl點k im Jahre 1986 wurde der Shuttle aus dem kommerziellen Satellitengesch鋐t zur點kgezogen. Seither wurden mit dem Shuttle nur noch milit鋜ische oder staatliche Kommunikationssatelliten in den Orbit gebracht.

Aufgrund seiner unvergleichlichen Flexibilit鋞 ist der Shuttle ein ideales Arbeitspferd f黵 den Aufbau und die Wartung einer gro遝n Raumstation. So ist etwa die Internationale Raumstation ISS im Moment noch dringend auf die Raumf鋒re angewiesen. Viele Module der Station sind so gro, dass sie nicht mit anderen Tr鋑ern ins All gebracht werden k鰊nten. Zudem bietet der Shuttle mit seinem Roboterarm die M鰃lichkeit, die Module direkt an die Station zu montieren. Auch der Crew- Transport wird mit dem Shuttle vereinfacht; es k鰊nten theoretisch bis zu 5 Besatzungsmitglieder pro Flug ausgetauscht werden.

Space Shuttle 02

Start und Aufstieg.

Die Startsequenz wird mit der Z黱dung der drei Haupttriebwerke 6,6 Sekunden vor dem Abheben eingeleitet. Die Triebwerke werden w鋒rend des Betriebs mit fl黶sigem Wasserstoff gek黨lt. Damit sich das entstehende Wasserstoffgas auf der Rampe nicht explosionsartig entz黱det, wird es durch ein elektrisches Funkenspr黨system entz黱det. Zudem wird ein Wassersprinklersystem aktiviert, das die gewaltige Druckwelle etwas mindert und so die Startrampe vor Sch鋎en bewahrt.

Nachdem die Haupttriebwerke gez黱det wurden, schwingt der gesamte Shuttle (mit Tank und Boostern) an der Spitze ca. drei Meter nach vorn, weil die Triebwerke des Orbiters sich leicht hinter dem Schwerpunkt des gesamten Shuttles befinden. Danach schwingt er wieder zur點k. W鋒rend dieser Zeit wird das korrekte Hochfahren der Haupttriebwerke 黚erpr黤t, denn noch k鰊nen sie abgeschaltet werden. Wenn er wieder genau senkrecht steht, z黱den die zwei Feststoffraketen (SRBs). Bis zu diesem Zeitpunkt werden die Booster (an denen der Au遝ntank h鋘gt) durch Bolzen an der Startrampe festgehalten. Diese werden wenige Sekundenbruchteile nach Z黱dung der SRBs ausgel鰏t. Anschlie遝nd hebt der Space Shuttle ab.

Die beiden SRBs haben eine Brennzeit von etwa zwei Minuten und produzieren rund 80 Prozent des Gesamtschubs. Nachdem sie ausgebrannt sind, werden sie in einer H鰄e von rund 50 km abgetrennt, steigen jedoch durch ihre hohe Geschwindigkeit noch auf 70 km H鰄e. Dann erst fallen sie zur點k und erreichen eine Sinkgeschwindigkeit von 370 km/h. Bevor die SRBs auf die Meeresoberfl鋍he auftreffen, werden in knapp zwei Kilometern H鰄e jeweils drei Fallschirme in den Nasen aktiviert. Mit etwa 80 km/h fallen die Booster schlie遧ich in den Atlantischen Ozean. Zwei Bergungsschiffe der NASA nehmen die leeren H黮len auf und schleppen sie zum Kennedy Space Center zur點k. Dort werden sie 黚erpr黤t, mit Treibstoff bef黮lt und wiederverwendet.

Nach der Abtrennung der Booster fliegt der Space Shuttle nur mit Hilfe seiner Haupttriebwerke weiter. Nach ungef鋒r achteinhalb Minuten Brenndauer wird kurz vor Erreichen der Orbitalgeschwindigkeit (mit ca. 7.700 m/s) der Au遝ntank in rund 110 km H鰄e abgeworfen. Er vergl黨t gr鲞tenteils in der Atmosph鋜e, nachdem er eine halbe Erdumrundung absolviert hat. Die 黚rigen Teile des Tanks fallen in den Pazifik. Anschlie遝nd wird die Raumf鋒re von den beiden Triebwerken des OMS in eine elliptische Umlaufbahn mit einem tiefsten Punkt (Perig鋟m) von etwa 110 km und einem h鯿hsten Punkt (Apog鋟m) von 185 km 黚er der Erdoberfl鋍he beschleunigt.

Wenn der Orbiter nach einem halben Erdumlauf den bahnh鯿hsten Punkt erreicht, z黱den die Man鰒riertriebwerke erneut, um die Umlaufbahn in eine Ellipse mit einem Perig鋟m von 185 km und einem Apog鋟m auf H鰄e des Zielorbits zu verwandeln (zum Beispiel etwa 380 km f黵 einen Flug zur ISS). Wenn der Orbiter wieder den bahnh鯿hsten Punkt erreicht, z黱det er die Man鰒riertriebwerke ein weiteres Mal, um in dieser H鰄e in eine Kreisbahn einzutreten. Danach hat der Orbiter seinen Zielorbit erreicht, und die Arbeiten k鰊nen beginnen.

2009 DPMV Konv. 051

EVA oder Extra-vehicular Activity (englisch, sinngem溥: 凙u遝nbordaktivit鋞“) ist eine Bezeichnung aus der Raumfahrt. Sie bezeichnet als Sammelbegriff alle Arbeiten eines Raumfahrers au遝rhalb eines Raumfahrzeuges, insbesondere Au遝narbeiten an Raumstationen oder die Ausstiege der Apollo- Astronauten auf der Mondoberfl鋍he (Manchmal auch als LEVA: Lunar Extra Vehicular Activity bezeichnet).

Extra vehicular Activity

EVAs gelten als missionskritisch, weil sich der Raumfahrer hierf黵 aus der (relativ) sicheren Umgebung seines Fahrzeuges, lediglich durch einen Raumanzug gesch黷zt, in das freie Vakuum begeben muss. Die Strahlenbelastung ist etwa doppelt so gro wie im Raumfahrzeug. Bei ruhiger Sonne betr鋑t sie um 400 mSv/Jahr. Fr黨e Weltraumausstiege erfolgten gesichert durch Leinen und/oder Versorgungsleitungen, sp鋞er waren auch freie Fl黦e mit Hilfe von Raketentornistern (Manned Maneuvering Unit, MMU) 黚lich. Aus Sicht der Himmelsmechanik bewegt sich der Raumfahrer w鋒rend dieser Zeit auf seiner eigenen Satellitenbahn, die durch seine Bewegungen – mit Werkzeug oder einer R點ksto-Pistole – von der Bahn des Raumschiffes abweichen kann.

Der erste Weltraumausflug erfolgte am 18. M鋜z 1965 durch Alexei Archipowitsch Leonow aus Woschod 2. ( Woschod 2 war ein sowjetischer bemannter Raumflug im Rahmen des sehr kurzen Woschod Programms.) Der erste US-Amerikaner war am 3. Juni 1965 der Astronaut Edward H. White, der aus dem Gemini 4-Raumschiff ausstieg. Bei seinem nur wenige Minuten dauernden Ausstieg hing sein Raumanzug aus Sicherheitsgr黱den an einer 黚er 20 Meter langen Versorgungsleine.

Mit der ersten EVA der NASA-Mission STS-102 (Flug des US Space Shuttle Discovery zur ISS) wurde der Rekord f黵 den l鋘gsten Weltraumausstieg aufgestellt. Der Ausstieg begann am 11. M鋜z 2001 um 5:12 Uhr und endete um 14:08 Uhr des selben Tages. Damit dauerte der Weltraumausstieg insgesamt 8 Stunden und 56 Minuten. W鋒rend dieser EVA bereiteten die Astronauten der Discovery unter anderem das Andocken des Mehrzweck-Logistik-Moduls Leonardo an die ISS vor.

Gemini-Programm 04

In Verbindung mit EVAs wird im deutschen Sprachgebrauch auch der Begriff Weltraumspaziergang, eine 躡ersetzung des englischen Begriffs Spacewalk, verwendet. Dieser gibt die enormen physischen Belastungen, denen ein Raumfahrer w鋒renddessen ausgesetzt ist, nur unzureichend wieder. Immerhin ist er st鋘dig einer enormen L鋜mbelastung der im Anzug eingebauten Klimaanlage ausgesetzt. Au遝rdem ist er durch den steifen Raumanzug motorisch stark eingeschr鋘kt, obwohl Raumfahrer w鋒rend EVAs meist Ingenieursaufgaben 黚ernehmen m黶sen.

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Die Mir (russisch Мир fьr Frieden oder Welt) war eine von der Sowjetunion erbaute, bemannte Raumstation, die von 1986 bis zu ihrem kontrollierten Absturz 2001 die Erde umkreiste. Nachdem die Mir in den ersten Jahren nur von der Sowjetunion und den mit ihr verbundenen Staaten genutzt wurde, betrieb sie die russische Raumfahrtagentur Roskosmos nach dem politischen Umbruch im Ostblock weiter und 鰂fnete sie auch fьr westliche Staaten und ihre Raumfahrtagenturen.

Zu ihrer Zeit war die Mir das gr鲞te k黱stliche Objekt im Erdorbit und gilt – mit dem Sputnik- Satelliten 1957 und Juri Gagarins Erstflug 1961 – als gr鲞ter Erfolg der sowjetischen Raumfahrt.

Die Mir war modular aufgebaut und wurde aus mehreren nacheinander gestarteten Teilen im Laufe von zehn Jahren im All zusammengebaut. Dem Hauptmodul wurden sechs weitere Module hinzugef黦t. Alle Module wurden vom kasachischen Baikonur aus mit Proton-Raketen gestartet, bis auf das Andockmodul f黵 das Space Shuttle.

Es kam mit der US-amerikanischen F鋒re 凙tlantis” vom Kennedy Space Center aus ins All.

Langzeitmissionen mit bemannten Raumstationen galten f黵 die Sowjetunion als Mittel, sich, nach dem verlorenen Wettlauf zum Mond, internationales Ansehen zu verschaffen.

Die erste Besatzung der Expedition Sojus T-15 mit den Kosmonauten Leonid Kisim und Wladimir Solowjow startete am 13. M鋜z 1986 und betrat zwei Tage sp鋞er die Station, um diese in Betrieb zu nehmen.

Nach einer Unterbrechung von 黚er vier Monaten – bedingt durch technische Probleme mit den Sojus- Raumschiffen – begann mit Sojus TM-8 im September 1989 die zweite Phase der Nutzung, in deren Verlauf die Station 黚er beinahe zehn Jahre hinweg – bis zum August 1999 – permanent besetzt blieb und ausgebaut wurde. Neun Fl黦e des US-amerikanischen Space Shuttles und 22 Fl黦e mit sowjetischen Sojus-Raumschiffen dockten w鋒rend dieser Zeit an. In diesen Zeitraum fiel der politische Umbruch in der Sowjetunion, der auch zu einer Z鋝ur beim Betrieb der Mir f黨rte.

2009 DPMV Konv. 262B

Die begonnene Zusammenarbeit mit anderen, auch westlichen, Staaten wurde fortgef黨rt. Im Dezember 1990 flog der japanische Journalist Toyohiro Akiyama zu der Station. Ihm folgte 1991 der 鰏terreichische Astronaut Franz Viehb鯿k.

1992 kam mit Klaus-Dietrich Flade der erste Deutsche. Ihm folgte 1997 Reinhold Ewald sowie der Franzose Michel Tognini. 1994 besuchte der deutsche ESA-Astronaut Ulf Merbold die Mir, der bereits 1983 mit dem Space Shuttle im All war.

Parallel zum weiteren Ausbau der Station startete im Jahr 1995 der erste amerikanische Astronaut von Baikonur in einem Sojus-Raumschiff zur Mir. Im Juni des gleichen Jahres begann die erste von elf Shuttle-Mir-Mission.

Mir 01

Zwischenf鋖le auf der Mir

Technische Pannen lie遝n gegen Ende der Lebenszeit Zweifel an der Zuverl鋝sigkeit der Station aufkommen. Durch die erfolgreiche Bew鋖tigung der Zwischenf鋖le konnten aber auch Erfahrungen gesammelt werden, die beim Aufbau der Internationalen Raumstation halfen.

Am 25. Juni 1997, kollidierte aufgrund eines Fehlers beim Andocken das Progress M-34- Versorgungsraumschiff mit der Station. Das besch鋎igte Modul Spektr wurde undicht und musste versiegelt werden, durch Sch鋎en an den Solarpanelen des Moduls fiel ein Drittel der Energieversorgung aus. Die Probleme an Bord konnten zwei Monate sp鋞er bei einem Besatzungsaustausch behoben werden.

Am 30. August 1997 startete erneut die Atlantis zur Mir, nachdem es heftige Kontroversen bei der NASA gegeben hatte, ob man nach der Pannenserie die Shuttle-Mir-Missionen 黚erhaupt fortsetzen sollte.

Mit Sojus TM-30 startete am 4. April 2000 die letzte Besatzung zur Mir, nachdem sie sieben Monate unbenutzt geblieben war. Die durch MirCorp finanzierte Mission der Kosmonauten Sergej Saljotin und Alexander Kaleri dauerte 72 Tage und war der 39. Besuch eines bemannten Raumschiffes.

Sie f黨rten Wartungsarbeiten durch um den weiteren Verbleib in der Umlaufbahn sicherzustellen. Zum Zeitpunkt ihrer R點kkehr im Juni 2000 hoffte die russische Raumfahrt noch, die Mir durch westliche Gelder f黵 zwei weitere Jahre betreiben zu k鰊nen. Die Hoffnungen zerschlugen sich angesichts der Unterhaltskosten und des Aufwands f黵 den gleichzeitigen Unterhalt zweier Raumstationen.

Am 23. Oktober 2000 kam das offizielle Aus. Der russische Vorschlag, Teile der Mir zum Aufbau der ISS zu verwenden, wurde von US-amerikanischer Seite – trotz der damit verbundenen Einsparungen –  verworfen.

In den fr黨en Morgenstunden des 23. M鋜z 2001 wurde die Mir mit drei Bremssch黚en des letzten Progress-Raumfrachters zum kontrollierten Wiedereintritt in die Atmosph鋜e gebracht. Die nicht vergl黨ten Tr黰mer der Station st黵zten um 6:57 Uhr im Zielgebiet in den Pazifischen Ozean. Von den Fidschi-Inseln aus war das Feuerwerk am Himmel zu sehen.

In ihrer 15-j鋒rigen Geschichte umrundete die urspr黱glich nur f黵 eine Lebensdauer von sieben Jahren ausgelegte Station die Erde 86.325 Mal in einer H鰄e von 390 Kilometern 黚er der Erdoberfl鋍he.

Die Ariane 4 u. 5 sind europ鋓sche Tr鋑erraketen aus der Ariane-Serie, die im Auftrag der ESA entwickelt wurden und seit 1988 bzw. 1996 im Einsatz sind. Sie ist die leistungsf鋒igste europ鋓sche Tr鋑errakete und erm鰃licht es, mittelschwerer bzw. schwere Nutzlasten in die Erdumlaufbahn zu bef鰎dern.

Die Ariane 4 ist mit 116 Starts, von denen 113 erfolgreich waren, das bisher erfolgreichste Arianemodell mit einer Zuverl鋝sigkeit von 97,4 %. Die Ariane-4-Raketen waren zwischen 55 m und 60 m hoch und konnten eine Nutzlast von bis zu 4,9 t in eine Geostation鋜e Transferbahn transportieren. Das Startgewicht betrug zwischen 243 t und 480 t. Die Ariane 4 transportierte meistens zwei 黚ereinander angeordnete Satelliten in die Umlaufbahn. Dieses Merkmal verhalf der Ariane 4 zu g黱stigen Startpreisen und zusammen mit ihrer hohen Zuverl鋝sigkeit Arianespace zu einer starken Dominanz im Satelliten-Transportgesch鋐t. Arianespace hielt so einen Weltmarktanteil von ca. 60 % 黚er mehrere Jahre. Am 15. Februar 2003 erfolgte mit Flug 159 der letzte Start einer Ariane-4- Rakete.

Das Ziel bei der Entwicklung der Ariane 5 war eine Gesamtnutzlast von bis zu 6,8 Tonnen, dieses ist eine 60 % h鰄ere Nutzlast f黵 die Geostation鋜e Transferbahn (GTO) bei nur 90 % der Kosten einer Ariane- 44L. Dies entspricht einer Verringerung der Kosten pro Masse um 44 Prozent.

Um zwei gr鲞ere Satelliten bei einem Start in die Umlaufbahn bef鰎dern zu k鰊nen, setzt Ariane 5 Doppelstartvorrichtungen ein. Dabei werden zwei verschiedene Typen von Doppelstartvorrichtungen verwendet. Jeder der beiden Typen ist in mehreren Versionen erh鋖tlich. Sie werden von EADS - Astrium Space Transportation in Bremen hergestellt.

Ariane 5 01

Es stehen drei unterschiedlich lange Nutzlastverkleidungen (engl.: Fairings) zur Verf黦ung, die von Oerlikon Space in der Schweiz hergestellt werden. Die Nutzlastverkleidungen spalten sich l鋘gs auf und werden abgeworfen, wenn der Luftwiderstand in ca. 110 km H鰄e die Fracht nicht mehr besch鋎igen kann.

  • Die kurze Nutzlastverkleidung ist 12,7 m lang. Ihr nutzbares Volumen betr鋑t 125 m und ist zusammen mit allen Doppelstartvorrichtungen einsetzbar.
  • Die mittellange Nutzlastverkleidung ist 13,8 m lang. Ihr nutzbares Volumen betr鋑t 145 m. Sie ist zusammen mit der Doppelstartvorrichtung Sylda 5 einsetzbar.
  • Die lange Nutzlastverkleidung ist 17 m lang. Ihr nutzbares Volumen betr鋑t 200 m. Sie ist zusammen mit allen Doppelstartvorrichtungen einsetzbar.

Um auf dem Weltmarkt konkurrenzf鋒ig zu sein, subventioniert die ESA mit dem Programm EGAS Starts der Ariane 5. In Frankreich wird die Ariane angesichts einer nationalen Beteiligung von 黚er 50 Prozent als vorwiegend franz鰏isches Projekt betrachtet. Die Ariane 5 gilt daher, weit mehr als in Deutschland, als Prestigeobjekt. Nicht selten steht die Ariane 5 als Metapher f黵 technologische Spitzenleistungen, wovon etwa eine Abbildung der Rakete in den franz鰏ischen Reisep鋝sen zeugt.

2009 DPMV Konv. 059
Ariane 5 02

Der GTO-Rekord (Gesamtmasse pro Flug) liegt im 躡rigen bei 9,528 Tonnen und wurde von einer Ariane 5 ECA am 14. November 2007 mit den Satelliten Skynet 5B und Star One C1 an Bord aufgestellt.                                   

Alle Starts der Ariane 5 finden vom Centre Spatial Guyanais in Kourou, Franz鰏isch-Guayana, statt. F黵 den Start der Ariane 5 wurde ein eigener Startplatz, ELA-3, mit dazugeh鰎igen Einrichtungen f黵 die Startvorbereitungen eingerichtet, um bis zu zehn Starts pro Jahr zu erm鰃lichen. Die gesamten Startvorbereitungen dauern 21 Tage. Um den Aufwand am Startplatz gering zu halten, wird – im Gegensatz zur Ariane 4 – die Nutzlast bereits sechs Tage vor dem Start in die Rakete eingebaut. Die Rakete wird ungef鋒r 30 Stunden vor dem Start zur Rampe bef鰎dert.                      

Bemannte Expedition in den Weltraum k鰊nen bis zum heutigen Tage nicht von Franz鰏isch- Guayana aus durchgef黨rt werden.

(engl. International Space Station, kurz ISS)

Erste Ideen f黵 eine dauerhaft bewohnte Station im Weltall kamen bei der amerikanischen Raumfahrtbeh鰎de NASA schon sehr fr黨 auf, so wurde im Jahre 1973 die amerikanische Station Skylab gestartet, die insgesamt 171 Tage bewohnt war. Danach wandten sich die Amerikaner jedoch der Entwicklung des Space Shuttles zu.

Nach dem Erstflug des Space Shuttles im Jahre 1981 r點kte das Konzept einer Raumstation wieder in den Blickpunkt, weil diese nach Ansicht der NASA-Strategen der n鋍hste logische Schritt in der Raumfahrt sei.

Die Pl鋘e f黵 eine gro遝, internationale Raumstation gehen bis in die 1980er Jahre zur點k. Die Station war damals noch unter den Namen Freedom oder Alpha in Planung. Die ISS befindet sich seit 1998 im Bau und ist zur Zeit das gr鲞te k黱stliche Objekt im Erdorbit. Sie kreist in ca. 350 km H鰄e mit einer Bahnneigung von 51,6 alle ca. 91 min um die Erde und soll nach ihrer geplanten Fertigstellung im Jahre 2011 maximale Abmessungen von etwa 110 m  90 m  30 m erreichen. Danach soll sie mindestens bis ins Jahr 2020 weiterbetrieben werden. 

Beteiligte L鋘der.

Am Projekt sind neben der amerikanischen NASA und der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos auch Staaten der europ鋓schen Weltraumagentur ESA beteiligt. Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, die Schweiz, Spanien, D鋘emark, die Niederlande, Norwegen und Schweden haben den Vertrag 黚er den Bau der Station im Jahre 1998 unterschrieben. Ebenso beteiligt sind die Kanadische und die japanische Raumfahrtbeh鰎de. Brasilien hat mit den USA ein separates Abkommen 黚er die Nutzung der ISS.

Aufbauchronik

Die ISS ist nach dem Vorbild der russischen Raumstation Mir modular aufgebaut. Einzelne Baugruppen werden von Tr鋑erraketen und Raumf鋒ren in den Orbit gebracht und dort zusammengesetzt.

Dazu sind rund 40 Aufbaufl黦e n鰐ig. Nach aktueller Planung sollen 35 davon vom amerikanischen Space Shuttle durchgef黨rt werden, der Rest von den unbemannten russischen Tr鋑erraketen.

Das erste ISS-Bauteil im All war das von Russland gebaute Fracht- und Antriebsmodul Sarja. Es wurde am 20. November 1998 von einer Proton-Schwerlastrakete in die vorgesehene Umlaufbahn gebracht.

Die Raumstation ist seit dem 2. November 2000 permanent besetzt. Die Versorgung der Crew mit Lebensmitteln, Frischwasser, Kleidung, Sauerstoff sowie Ersatzteilen und wissenschaftlichen Experimenten wurde bis M鋜z 2008 ausschlie遧ich durch russische Progress-Frachter und amerikanische Space Shuttles sichergestellt. Seit April 2008 steht hierf黵 nach dem erfolgreichen Erstflug von 凧ules Verne“ zus鋞zlich das europ鋓sche Automated Transfer Vehicle (ATV) zur Verf黦ung. Ein Jahr sp鋞er soll der Erstflug des japanischen Versorgungsschiffes H-2 Transfer Vehicle (HTV) stattfinden.

ISS 01

Besatzungen

Die jeweiligen Langzeitbesatzungen tragen die Bezeichnung 処SS-Expedition“ und eine fortlaufende Zahl. Zun鋍hst starteten jeweils drei Raumfahrer (Kommandant und zwei Bordingenieure) gemeinsam zur ISS, um f黵 sechs bis sieben Monate dort zu bleiben. Die Langzeitbesatzungen wurden anfangs jeweils durch Shuttle-Missionen ausgetauscht. Nach dem Ungl點k des Space Shuttles Columbia am 1. Februar 2003 standen die Space Shuttles l鋘gere Zeit nicht mehr f黵 die Versorgung der Station zur Verf黦ung. Die Besatzungsgr鲞e wurde deshalb ab der ISS-Expedition 7 auf zwei Personen reduziert und der Crew-Austausch wurde auf Sojus-Raumschiffe umgestellt.

Mit der Shuttle-Mission STS-121 wurde der Deutsche Thomas Reiter im Juli 2006 als erster ESA- Raumfahrer zu einem Langzeitaufenthalt auf die ISS gebracht. Damit hatte die Station wieder drei Besatzungsmitglieder.

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Mit der Ankunft von Sojus TMA-15 w鋒rend der ISS-Expedition 19 im Juli 2009 sollen erstmals sechs Besatzungsmitglieder dauerhaft auf der ISS arbeiten, da ab dann zwei Sojus-Raumschiffe f黵 eine eventuelle Evakuierung der Station zur Verf黦ung stehen werden.

2009 DPMV Konv. 259

Kosten

Wie viel das Projekt insgesamt kosten wird, ist umstritten. Nachdem die NASA beim Anfangsbetrag von 40 Milliarden US-Dollar diverse Korrekturen nach oben vornehmen musste, gibt sie heute keine neuen Kostensch鋞zungen mehr heraus. Nach Angaben der ESA werden sich die Gesamtkosten auf etwa 100 Milliarden Euro belaufen. Darin enthalten sind Entwicklung, Aufbau und die ersten zehn Jahre der Nutzung. 8 Milliarden Euro davon entfallen auf die L鋘der der ESA. 

Danach soll die ISS mindestens bis ins Jahr 2020 weiterbetrieben werden.

Zwischen den Projekttagen und der Ausstellung an der Overbergschule, wurden 4 Schulklassen a 30 min., zum Themenprojekt Meilensteine der Raumfahrt (Modelle, Textbeilagen und Bilder) der Modellbau-Freunde-Lohne informiert.

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Einen gro遝n Dank an allen Helfern und Modellbauern die f黵 dieses Projekt Zeit und Geld investiert haben, ohne deren Mitwirkung w鋜e dies Projekt so nicht zustande gekommen.

Leitlinien f黵 die Verwendung der NASA Imagery.

NASA Lizenzvereinbarungen.

NASA-Material ist nicht durch das Urheberrecht gesch黷zt, die Agentur hat in der Regel keine Einw鋘de gegen die Vervielf鋖tigung und die Nutzung dieser Materialien (Audio-躡ertragungen und Aufzeichnungen, Video-躡ertragung und Aufzeichnung, oder von Film und Fotografie).

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